Hallo Sternfreunde,
gestern gabs einen strahlend sonnigen Morgen, jedoch zogen gegen Mittag
bei ziemlich frischem Nordwestwind ziemlich viele Wolken durch. Ab 18:30
riß aber der Wolkenstrom schlagartig ab. Also gleich das Nachtelflein
im Garten aufgestellt und per Polsucher auf Polaris ausgerichtet. Während
des Abendessens konnte dann erst mal der Spiegel austemperieren.
Folgende Objekte wurden beobachtet:
Teleskop:
Dörr Atlas 2000, 130mm-Newton auf äquatorialer Skyview-Montierung mit Polsucher auf Alustativ; Hauptspiegelbrennweite 900mm, macht ein Öffnungsverhältnis von 1:6,9
Okulare:
32mm Plössl von Celestron
26mm-Superplössl von MEADE, Serie 4000 (35-fache Vergrößerung)
14,5mm Erfle
17mm Antares Superplössl ("APO"-Series)
12,5mm Ortho von Vixen
7mm Ortho von Celestron (128-fache vergrößerung)
6,3mm-Kellner von Bresser (143-fache vergrößerung)
5mm Eudiascopic von Baader (180-fache Vergrößerung)
Sonstiges:
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
Baader Skyglow Filter
Astronomik UHC-Filter
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Zeitpunkt:
03. März 2002, 20:00-22:45
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5,0mag
Durchsicht:
gut
Seeing:
gut
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Doppelsterne:
Iota Cancris, 57 Cancris
Galaxien:
-
Kugelsternhaufen:
-
Offene Sternhaufen:
NGC2360, NGC2423, M47, M46
Planetarische Nebel:
NGC2438
Gasnebel:
NGC2359
Sonstiges:
V838 Monocerotis, Jupiter
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Als erstes hab ich die Nova V838 in Monoceros besucht und ihre Helligkeit
ermittelt, so, wie ich das bei jeder Beobachtungsgelegenheit tue. V838 ist
ähnlich hell wie der unmittelbar östlich von 19 Monocerotis stehende Stern
und auffallend orange. Deshalb würde ich die Helligkeit auf 7m5 schätzen,
also rund 0m5 heller als bei meinen letzten beiden Beobachtungen, wo sie
lediglich 8m0 erreichte.
Eine kurze Stipvisite bei Jupiter zeigte ein recht passables seeing. Bei 128x
konnten schon einige Details sichtbar gemacht werden, unter anderem die Zweiteilung
des NEB und einige dunkle Bandstrukturen nördlich des NEB. Da aber heute keine
Schattenspiele angesagt waren und ich mal wieder auf deep sky - Tour gehen wollte,
beließ ich es bei diesen eher oberflächlichen Eindrücken und wandte mich südlicheren
Gefilden zu. NGC2360, ein offener Sternhaufen, konnte ad hoc lokalisiert werden, was
doch einigermaßen für die Durchsicht im niedrigen Deklinationsbereich spricht. Bei 36x
sind einige Einzelsterne zu sehen, die sich eng aneinander schmiegen, 60-fache
Vergrößerung bringt kaum mehr. Der Hauptgrund für das Aufsuchen von NGC2360 war
aber, daß ich erstmals NGC2359, den duck-nebula, einen Gasnebel sichten wollte und dieser
nur unweit nördlich von NGC2360 liegt. Bei 36x ist an der betreffenden Stelle mit
indirektem Sehen tatsächlich ein schwacher Lichtschimmer erkennbar, nicht leicht
zu sehen, aber doch reproduzierbar und eindeutig. Mit UHC dann bei 36x der entscheidende
Tick deutlicher zu sehen: ein weißlichgraues Oval, 2:3 in Nordsüdrichtung gestreckt.
Zwei Sternpaare zeigen von Osten her auf den Nebel hin. Bei 60x kippt der Nebel aber auch
mit UHC weg. Zurück auf 36x mit UHC bestätigt die Sichtung nochmals deutlich! Das einzige
an Details, was trotz der südlichen lage zu erkennen ist, ist, daß der südliche Bereich
des nebels blickweise stärker auffällt, ja, manchmal richtig ins Auge springt: er scheint
einiges mehr an Flächenhelligkeit zu haben. Da fällt mir ein: ich hab ja den NSOG. Schnell
rein, blätter, blätter: Wow, genau so war das, was ich gesehen hab, erstaunlich, was man
mit nur fünf Zoll aus der Stadt raus bei -13° Deklination noch alles sehen kann!
Nun gings - Harry's Objekten des Monats entsprechend - weiter zu M47, einem offenen Sternhaufen
in Puppis, in einer Ecke, wo sich so einiges tummelt. Klar, M47 ist das helle Schaustück in
dem Viertel: Bei 36x funkeln einem einige Dutzend recht hellblaue Sterne sehr intensiv entgegen.
Einige dieser Sterne sind auffallend paarig angeordnet. Knapp nördlich von M47 trifft man
auf NGC2423, der aus sehr vielen, schwachen, weißen Sternen - wie Puderzucker - besteht.
NGC2423 bietet einen schönen Kontrast gegenüber dem übermächtigen M47.
Ein besonders schöner Sternhaufen ist auch M46, der aus sehr, sehr vielen rundlich angeordneten,
mittelhellen Sternen besteht. Verlängert man die Linie, die von den beiden hellsten Sternen
in M46 gebildet wird, um einen Faktor 2 nach Norden, so ist dort eine runde, nebulöse Aufhellung
zu erkennen, ohne UHC nur mit indirektem Sehen, mit UHC auch bei direkter Sichtweise.
Hier handelt es sich um den planetarischen Nebel NGC2438. Bei 60x im Erfle ist M46 wunderbar
formatfüllend hingestreut. Bei 72x ist mit UHC der planetarischen nebel überhaupt nicht zu übersehen.
Höhere Vergrößerungen bringen dieses Objekt doch immer besser raus. Gut, daß die Sterne in M46
dabei doch so hell sind, daß sie trotz Verwendung des UHC-Filters noch gut zu sehen sind.
Nun gings über Iota Cancris zu 57 Cancris, einem recht engen Doppelstern. Schon bei 36x fällt
auf, daß Iota Cancris ebenfalls ein leicht trennbarer Doppelstern ist, der einen sehr schönen
Farbkontrast bietet: gelborange und hellblau, fast wie Albireo. Beeindruckt hat mich dann der
leuchtend orangegoldenen 57 Cancris. Mit 6m0;6m5;1,4" ein doch recht enger Doppelstern. Aber:
Schon im 7er ortho bei nur 128x einwandfrei getrennt mit einem schwarzen Steg zwischen beiden
Helligkeitszentren. Bei 180x ganz eindeutig in zwei Lichtpünktchen zerlegt, den Positions-
winkel, so wie ich ihn bei 128x sah, konnte ich bei 180x bestätigen: Die Sterne sind SE-NW-
orientiert. Karkoschka bestätigt selbiges. Ich war doch erstaunt, wie leicht ein 1,4" enger
Doppelstern getrennt werden kann! Man sieht doch eindrucksvoll, daß ähnlich helle Komponenten
die trennbarkeit von Doppelsternen drastisch erleichtern!
Eigentlich wollte ich jetzt meinen Thriller des Monats, NGC2775 beobachten, aber, bis ich die
Aufsuchkarte ausgedruckt hatte, waren alle Sterne weg: Nebel zwang mich, das Nachtelflein
ins warme Wohnzimmer zu bringen.
Viele Grüße und weiterhin viele sternklare Nächte Euch allen,
Markus
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