Hallo Sternfreunde,
nach einigem an Regen die letzten Tage und auch gestern noch fiel ich
nach einem abendlichen Blick auf die Terasse fast aus den Pantoffeln!
Der komplette Himmel frei geblasen, megaklar, schön der Halbmond
am Firmament, das alles strahlte mich so verführerisch an, daß ich spontan
das Nachtelflein aus dem Keller holte und im Garten aufbaute, was dank
Polsucher keine 5 Minuten dauert. Ja, so ein Schnellspechtelgerät braucht
man auf jeden Fall und mit gut 5 Zoll hat man schon ein wenig Reserven.
Hier also die Ausbeute dieses astronomischen "Quickies":
Teleskop:
Dörr Atlas 2000, 130mm-Newton auf äquatorialer Skyview-Montierung mit Polsucher auf Alustativ; Hauptspiegelbrennweite 900mm, macht ein Öffnungsverhältnis von 1:6,9
Okulare:
32mm Plössl von Celestron
26mm-Superplössl von MEADE, Serie 4000 (35-fache Vergrößerung)
14,5mm Erfle
12,5mm Ortho von Vixen
7mm Ortho von Celestron (128-fache vergrößerung)
6,3mm-Kellner von Bresser (143-fache vergrößerung)
5mm Eudiascopic von Baader (180-fache Vergrößerung)
Sonstiges:
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
Baader Skyglow Filter
Astronomik UHC-Filter
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Zeitpunkt:
22. März 2002, 21:00-21:45
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5,0mag
Durchsicht:
gut
Seeing:
gut
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Doppelsterne:
-
Galaxien:
M49, NGC4526
Kugelsternhaufen:
M53
Offene Sternhaufen:
-
Planetarische Nebel:
-
Gasnebel:
-
Sonstiges:
V838 Monocerotis, Jupiter
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Als erstes hab ich die Nova V838 in Monoceros besucht und ihre Helligkeit
ermittelt, so, wie ich das bei jeder Beobachtungsgelegenheit tue. V838 ist
ähnlich hell wie der unmittelbar östlich von 19 Monocerotis stehende Stern
und auffallend orange. Deshalb würde ich die Helligkeit auf 7m5 schätzen,
Diesmal also wieder etwas schwächer wie vor eineinhalb Wochen.
Eine kurze Stipvisite bei Jupiter zeigte ein recht passables seeing. Bei 128x
konnten schon einige Details sichtbar gemacht werden, unter anderem die Zweiteilung
des NEB und einige dunkle Bandstrukturen nördlich des NEB. Ansonsten war aber auf
Jupiter nicht viel los und so genoß ich einfach den majestätischen Anblick des
Gasriesen, wie er da ruhig und mächtig vom Himmel strahlt.
Dann schwenkte ich in eine etwas vom Mond abgewandte Gegend, M53, einen
Kugelsternhaufen nahe Alpha Comae wollte ich sehen. Bei 36x fällt ein grauer
Wattebausch auf, bei 72x ist der Sternhaufen schon deutlich körnig und recht locker
gestreut mit wenig Helligkeitszunahme zum Zentrum. Bei längerem Hinsehen
offenbart er mehr und mehr an Detail, ein Objekt, das ich sicher im großen
Zehnzöller noch genauer studieren werde!
Ebenfalls eine spontane Idee war ein Schwenk zu M49, der nach Karkoschka hellsten
Galaxie des Virgo-Clusters. In der Tat ist bei 36x schon ein weißer, runder Fleck zu sehen,
eine face-on-Galaxie. Bei 62x scheint um den Kern noch ein umfangreicherer Halo
gewickelt zu sein, mir kam die Galaxie auf jeden Fall größer vor wie im Karkoschka beschrieben.
Direkt in der Nähe liegt die Galaxie NGC4526, die man von M49 aus direkt im 14,5er
Erfle anfahren kann. Sie liegt schräg zur Verbindungslinie zweier Sternchen genau
mittig zwischen diesen beiden und ist im Vergleich zu M49 eigentlich kaum weniger hell,
im Gegenteil, der Kern von NGC4526 wirkt sogar heller als der von M49, diese
Galaxie ist also auch was für kleinere Teleskope. Nun wurds mir aber doch etwas zu
schattig draußen (in Pulli und Badeschlappen bei +2° im Garten), außerdem kamen
auch ein Paar Wolken auf, so daß ich mich, zufrieden mit der kurzen, aber schönen
Beobachtung, ins Warme zurückzog.
Halt, beinahe hätt ich's vergessen! Eine Story hab ich noch zu erzählen: Letzten Sonntag,
am St. Patrick's Day, bevor Bärbel und ich ins Pub auf ein Pint Beamish sind, waren wir
mit dem Optimus (70/700er FH-Refraktor) auf der ASAM III um den Kometen Ikeya-Zhang
zu beobachten. Im 32er Superplössl bei 22x und 2,4° Gesichtsfeld zog sich der Schweif
des Kometen fast durchs komplette Okular. Der Kern des Kometen ist sehr, sehr hell,
auch im 9-27x56er Feldstecher kommt Ikeya-Zhang recht plastisch rüber. Bei höheren
vergrößerungen im Optimus, namentlich bei 48x im 14,5er Erfle kann man im Schweif
schon radialstrahlige hellere faserige Bereiche erkennen, vor allem bei indirektem Sehen.
Ja, demnächst, wenns wieder wolkenfrei ist, werd ich hier draußen Ikeya-Zhang mal
piggypack fotografieren, auf dem Nachtelflein als Leitrohr und mit dem lichtstarken
210er f/4 Teleobjektiv auf Kodak Gold 400. Nebenbei ham wir dann noch M41,M42, M44
und M45 abgeklappert, allesamt Schaustücke im kurzbrennweitigen kleinen Refraktor.
Viele Grüße und weiterhin viele sternklare Nächte Euch allen,
Markus
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