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Hallo Sternenfreunde,
dieses Jahr führte uns unser Familienurlaub mit dem Auto nach Kroatien, auf die Halbinsel Istrien. Um den Kindern die Fahrt nicht zu lang werden zu lassen, hatten wir im Voraus einen Besuch mit Übernachtung auf der Emberger Alm beim Sattlegger geplant. Morgens gegen Acht sind wir aufgebrochen, das Wetter war nicht sonderlich berauschend, und auch die Tage zuvor waren eher von wettermäßiger Bescheidenheit geprägt. Nun, für die Fahrt war es gut, weil's nicht so heiß war, und eigentlich war ich nach der Fahrerei doch ganz froh, einen Grund zu haben, beim Sattlegger nicht den ED80/600 aufbauen zu müssen. Allerdings, ich muß zugeben, die letzten 10km übelste Serpentinen zur Emberger Alm hoch zu "heizen" hat schon tierisch Spaß gemacht, waren hier doch die Haarnadelkurven schöne und steile 180°-Kehren. Immer wieder mit Zwischengas runter in den Zweiten und schön raus beschleunigen und im Dritten auf den Geraden ab durch die Mitte. Macht Laune, vor allem, wenn man das adaptive Fahrwerk auf Sport geschalten hat, was Bärbel immer mit "Rumpelkistenmodus" tituliert. Kurz vor dem Ziel lästerte Bärbel noch: "Wenn Du so weitermachst, wird uns noch schlecht! " Oben auf 1800m Seehöhe angekommen, bezogen wir erstmal unsre Zimmer, gönnten uns einen Apfelstrudel samt Cappucino und genossen die Aussicht über Baumwipfel zu den Bergkämmen Südkärntens.

Panorama von der Emberger Alm nach Süden
Einige der schon anwesenden "Astros", mit denen wir recht schnell ins Gespräch kamen, waren sichtlich genervt, da sie wohl schon seit Tagen da oben im Dauerregen festgesessen hatten, und meinten, sie werden heute trotz aller Widrigkeiten aufbauen, grade auch, weil die Wirtin angekündigt hatte, heut Nacht würd's mit hoher Wahrscheinlichkeit aufreissen.
 Und tatsächlich zeigte sich bei unsrem gemeinsamen
Spaziergang mit den Kids über
die Almen immer öfters blauer Himmel und
auch die Sonne wagte sich manchmal zwischen
den Wolkengebirgen hindurch. Sogar einige
Paraglider trauten sich mittlerweile in die Luft.
Toll anzusehen, wie sie immer wieder nur einige
Meter über unseren Köpfen hinweg mit
flatternden Segeln gen Tal rauschten.
Ob das wohl ein Zeichen dafür ist, daß
sich das Wetter wohl wirklich beruhigen
würde?
Auf dem Rückweg unserer kleinen Wanderung
wurde es zusehends immer sonniger und
freundlicher, ob das wohl tatsächlich noch was
wird mit einer sternklaren Nacht?
Almimpression
Beim Abendessen zeigte sich dann über der Terasse vom Alpenhof ein absolut traumhaftes Sonnenuntergangspanorama - den Ausdruck Alpenglühen verkneife ich mir jetzt einfach mal - welches so krass war, daß ich meine Nachspeise erstmal stehen ließ, trotz der Gefahr, daß diese dann Opfer von Bärbel, Antonia oder Fiona würde, und auf dem Zimmer die Kamera und das Stativ holte. Hier das Resultat der spontanen Fotoaktion. Die Nachspeise hat übrigens die Aktion heil überstanden...
Sonnenuntergang von der Emberger Alm
Nach dem Essen hatte ich mich dann erstmal Richtung des Parkplatzes unterhalb des Gasthofs begeben, wo schon einige ausgehungerte Astros ihre Ausrüstung aufbauten. Der Himmel war zwar immer noch ein wenig von Cirrus durchzogen, jedoch - es muß wohl am Gruppenzwang gelegen haben - fummelte ich die Teile meines ED aus dem voll gepackten Kofferraum und baute im Halbdunkel die Einzelteile zusammen. Da stand er also - so richtig winzig im Vergleich zu den Nachbarteleskopen, die irgendwo bei sechs Zoll Öffnung anfingen und bei dreizehn Zoll aufhörten...
Und der Himmel? Der wurde peu a peu immer besser, die Cirren fielen zusehends in sich zusammen und gaben einen vom vielen Dauerregen der letzten Woche reingewaschenen, kristallklaren und transparenten Himmel frei. Hier über visuelle Grenzgröße diskutieren zu wollen, wäre fast schon unangebracht. Nur soviel: Gegen 21 Uhr - es war schon richtig stockdunkel - war das Sternbild Ursa minor kaum zu erkennen. Nein, nicht weil es so diesig war, sondern weil da oben sich so viele Sterne tummelten, daß es schwer fiel, die Gestalt des kleinen Bären in dieser Fülle an Sternen lokalisieren zu können. Es kam aber noch viel dicker: daß h und chi Persei freiäugig nicht nur als diffuser Nebelfleck zu sehen war, sondern als relativ klar unterscheidbare, nebeneinander liegende Nebelknoten, brauche ich wohl an dieser Stelle gar nicht zu erwähnen. Aber die Andromedagalaxie M31: Diese stand mit ca. 30° bis 40° über dem Horizont noch nicht besonders hoch, zeigte sich aber - wohlgemerkt mit bloßem Auge! - nicht nur als schwacher Schimmer, sondern als deutlich länglicher Nebel, in dessen Zentrum ein sich eindeutig hellerer, ebenfalls länglicher Kern abzeichnete. Wohl gemerkt, mit bloßem Auge. Da ich in meinem Garten in den besten vorkommenden Nächten die visuelle Grenzgröße reproduzierbar zu 6m2 beziffern konnte, derartige Details aber nicht ohne optische Hilfsmittel wahrnehmbar sind, würde ich hier gefühlsmäßig bestimmt eine halbe Größenklasse drauf legen und den Himmel mit 6m7 oder gar noch besser einstufen. Dunkelwolken in der Milchstraße waren nicht nur dunkel, sondern "unterschiedlich" dunkel, d.h., es gab dunkelgraue, aber auch wirklich schwarze Einbuchtungen im Milchstraßenband, welches sich fast durch den Zenith gehend über unsre Köpfe hinwegspannte, um ohne nennenswerte Abschwächung am Südhorizont hinter den Bergspitzen abzutauchen.
Ähnlich spektakulär waren dementsprechend auch die visuellen Beobachtungsergebnisse, und zwar quer durch alle Fernrohrklassen, beginnend bei meinem ED80/600 und endend bei einem 13" Martini Dobson. Direkt neben mir war ein Sternfreund mit einem recht guten C8 am schaffen, so daß immer wieder die Möglichkeit bestand, das gleiche Objekt mit mehreren Fernrohr/Okularkombinationen zu vergleichen.
EInes der ersten im ED 80 beobachteten Objekte war der Hantelnebel M27 der sich trotz nur geringer Öffnung quer durch alle Vergrößerungen von seiner prachtvollsten Seite zeigte. Ja, bei indirektem Sehen waren sogar die Ohren des Nebels eindeutig zu sehen, und im Nebel blitzten ein paar einzelne Sternchen auf, wenn man nur genau genug hinsah. Auch M13, der Kugelsternhaufen im Hercules, zeigte im Randbereich schon einzelne Sterne und war bis weit in sein Zentrum hinein schon deutlich grieselig, wenngleich auch nicht aufgelöst. Die großen Galaxien M31 und M33 sind antürlich für den kleinen Richfieldrefraktor die ideale Spielwiese, mit 3° Gesichtsfeld wird bei M31 schon wirklich der Gesamteindruck einer ovalen Spiralgalaxie erkennbar, auch die Nachbargalaxie M32 konnte eindeutig als noch im Halo von M31 liegend erkannt werden. M110 war als größerer, relativ kreisrunder, blasser Nebel ebenfalls problemlos zu sehen. Die Staubbänder in M31 jedoch sind der mit 80mm doch recht begrenzten Öffnung des ED80 zum Opfer gefallen: diese konnte ich nicht so zweifelsfrei erkennen, daß ich hätte sagen können, ich hätte sie mir definitv nicht eingeredet.
Die Feuerradgalaxie M101 ziemlich genau im Norden war im nebenan aufgebauten 13" Dobson derart einfach zu sehen, daß man ihr die 14m5 Flächenhelligkeit nicht abnehmen würde, wenn man sich an dieser Galaxie unter normalen Bedingungen nicht schon oft genug die Zähne an den Details ausgebissen hätte. Die Spiralstruktur dieser face-on-Galaxie war im 13-Zöller ohne jegliches Problem direkt und sofort erkennbar.
Gehen eigentlich Kühe mal schlafen? Die ganze Nacht bimmelten diese vor sich hin - nein, nicht nur wiederkäuend, sondern auch genüsslich schoben sie ihre dampfenden Leiber immer wieder zwischen den parkenden Autos und den aufgestellten Teleskopen hindurch. Naja, immerhin haben sie nichts umgeschmissen! Einige Objekte wurden noch beobachtet, darunter auch der Helixnebel, der sich mit UHC-Filter, aber auch dem OIII-Filter problemlos zeigte, wobei er bei Vergrößerungen jenseits der 40-fach doch schon arg blaß wurde. Ja, diese Nacht unter wirklich gutem Alpenhimmel war atemberaubend, aber auch ziemlich frisch. Und so zog ich es vor, so gegen 11 Uhr mein Fernrohr mit hoch zu nehmen und über Nacht aufgebaut im Flur zu parken, um es am nächsten Morgen abzubauen und im Auto zu verstauen. Immerhin war ich auch von der ganzen Fahrt ziemlich müde.
Am nächsten Tag ging dann - nach einem gemütlichen und ausgiebigen Früshtück - die Reise weiter Richtung Istrien. Je südlicher man kam, desto sonniger wurde das Wetter und so kurz nach Mittag knapp hinter Ljubljana standen wir dann auf der Autobahn in einem 25km-Stau, wie uns das Verkehrsleitsystem quer über die Fahrbahn erklärte. Das wär zwar nicht so schlimm, aber mit einer Restreichweite von 45km auf dem Bordcomputer ist ein 25km-Stau nicht wirklich prickelnd, insbesondere wenn mit jedem zurückgelegten Kilometer die Restreichweite um weitere zwei Kilometer sinkt. Eigentlich hätten wir ja sowieso vorgehabt, an der nächsten Ausfahrt zu tanken, und diese 20km schafften wir dann doch noch und so stand der Weiterfahrt in unser Quartier nun endgültig nichts mehr im Wege.
 Gegenüber den Bergen ist Istrien eine
ganz andre Welt. Dörfer - oder besser
gesagt, kleine, geschlossens Städtchen,
schmiegen sich in die karstige Hügellandschaft,
meist ist das Meer in unmittelbarer Sichtweite.
Der nebenstehend zu sehende, winzige Weiler
Beram veranschaulicht ziemlich deutlich die
pittoreske Architektur typisch istrischer Dörfer.
Unser Ferienhaus lag ziemlich abseits einer
Kleinstadt inmitten von Macchia und ein paar
Feldern, ideale Bedingungen also, um den
klaren Himmel des Nachts in vollen Zügen zu
genießen. Wobei als erstes anzumerken ist,
daß aufgrund der Meeresnähe die Himmelsqualität
deutlich hinter der der Emberger Alm zurück blieb,
und auch das 6m2-Niveau meines Gartens bei
Weitem nicht erreichte. Ich schätze die visuelle
Grenzgröße so in etwa auf 5m2 bsi vielleicht 5m5.
Nicht ideal, aber doch gut genug, um einige
interessante Beobachtungen zu machen.
Und um diese soll es hier ja in erster Linie gehen...
Gut, daß es auch gleich zu Anfang des Urlaubs
recht klar war, denn der Mond schritt unbarmehrzig
Nacht für Nacht immer näher dem ersten Viertel zu.
Gleich am 13.9. bot sich - nach einem wundervollen Sonnenuntergang - eine gute Gelegenheit auf eine ausgiebige Beobachtungsnacht. Nachdem ich die beiden Abende zuvor schon überlegt habe, wie ich das Licht der einen auch auf unserem abgelegenen Hof vorhandenen Straßenlampe geschickt durch einen (leider extrem spärlich belaubten) Mandelbaum mindern könnte(abschatten wäre wohl übertrieben), kam ich auf die Idee, unterhalb des Mandelbaums noch zwei der Sonennschirme, die ziemlich herrenlos um den Swimmingpool standen, umzusiedeln und als Observatorium zu mißbrauchen. Ein Gartentischchen hatte ich bei der Gelegenheit auch noch vorsorglich unter die Schirme platziert, sowie einen Beobachtungsstuhl. Unter Tags sah diese Konstellation zwar etwas skurril aus, tat aber nächtens als Beobachtungsstation recht gute Dienste. Stancia Celija hieß unser Einödhof, und seine nördliche Breite liegt bei 44,96°, also genau 4,00° südlicher als zu Hause, Seehöhe war ungefähr 150m ü.d.m. Viel an Kulminationshöhe bringen diese 4° ja nicht, kein Vergleich mit den 10-12°, die die Gestirne z.B. in Griechenland höher stehen als bei uns. Es war also nicht gerade der Ort, um Objekte abzugrasen, die bei uns wegen ihrer südlichen Lage schlecht zu beobachten sind, es war eher heimische Kost angesagt. Begonnen hatte ich mit dem Kugelsternhaufen M54 im Ostteil des Schützen. Er präsentiert sich im ED80/600 klein, blass und sehr kompakt, zeigt auch bei 40x wenig Detail , wirkt hier ein wenig zerfranst, mit hellem Kernbereich. Auch 60-fach läßt M54 höchstens leicht dreieckig erscheinen, mehr Struktur läßt sich nicht erkennen. M70 ist blöderweise schon in der Lichtglocke von Pula abgesoffen. Was so ein paar Grad doch ausmachen können... Also geht der Schwenk weiter nach Osten, um der Aufhellung von Pula weiter zu entkommen. M30 im Capricornus ist hier das Ziel. Er ist schon im 26mm Superplössl bei 23-facher Vergrößerung größer und deutlich heller als M54 zu erkennen, läßt sich schön in den Kern und einen granulierten Randbereich trennen. Im 17er Plössl, also bei 35x, verliert M30 zwar etwas an Brillanz, zeigt sich aber doch schon grieselig; ein Eindruck der sich im 14.5er Erfle bei 42x nochmals verdeutlicht. Bei NGC7009 war ich mir nimmer sicher: Ist es der Saturnnebel oder aber Jupiter's Ghost? Bei 60x im 10er Ortho war es aber mehr als eindeutig: Es ist der Saturnnebel! Mit OIII-Filter ergibt sich ein extremer Blinkeffekt, jedoch sind die "Ringe", also die Ausbeulungen der Nebelscheibe, dann nicht mehr zu sehen. Interessant: Im 3mm Radian bei 200x (!) würde ich die Lengsstreckung des Saturnnebels ziemlich genau in E-W - Richtung, vielleicht sogar tendenziell ENE-WSW-Richtung einschätzen. Erstaunlich, wie extrem hoch man so manche planetarische Nebel vergrößern kann. Als nächstes wende ich mich einem vollkommen unspektakulären Messierobjekt zu, das ich eigentlich zumeist links liegen lasse: der offene Sternhaufen M73, schon eher ein Asterismus: Es handelt sich dabei um einen dreieckig erscheinenden Ministernahufen, bei 60x blitzen drei, vier Einzelsterne auf, der Hintergrund wirkt leicht neblig. Auch im 6,3er Plössl bei knapp 100x erkennt man lediglich ein winziges, annähernd gleichseitiges Sternendreieck.
Plötzlich surrt es ziemlich bedrohlich oben aus dem Geäst, und das Surren läßt sich zielstrebig auf dem Kragen meines Sweatshirts nieder. Reflexartig scheuche ich das Etwas mit der Hand weg und es landet auf meinem Schreibheft. Im Schein der schnell angemachten Taschenlampe dreht sich eine auf dem Rücken liegende, bedrohlich braun-gelb gestreifte Hornisse um, krabbelt etwas über den Tisch und brummt davon. Der Körper des Viehs hatte in etwa die Länge eines halben Zeigefingers. Kein besonders angenehmer Gast, da waren mir die mehr als zahlreichen Fledermäuse, die über dem Swimmingpool wohl Mücken jagten und in irren Kapriolen über dem Wasserbecken segelten, um in haarscharfen Kehrtwendungen in Richtung Mandelbaum zu verschwinden, schon sehr viel sympathischer. Wohl eine Viertelstunde genoß ich den Sternenhimmel
noch mit dem bloßen Auge, ließ meine Blicke gemütlich übers Firmament schweifen, bevor ich mich entschloß, den schönen Beobachtungsabend zu beenden.
Am nächsten Morgen, beim Frühstück, machte sich dann beim Verschieben des Sonnenschirms ein schwarzer, nahezu 10cm langer Skorpion davon, um sich unter dem Fuß der Holzbank zu einem etwa eurostückgroßen schwarzen Kringel zusammenzurollen. Durch etwas Verrutschen der Bank wurd's dem Skorpion dann doch zu bunt und er klappte seine Scheren wieder aus und verschwand in der Wiese. In der Wiese? Vielleicht sollte ich nächste Nacht beim Beobachten in der Wiese doch nicht barfuß in Sandalen gehen, sondern etwas festeres Schuhwerk wählen? Zumal ich schon indieser Nacht meinen linken großen Zeh ziemlich ramponiert hatte - war ich doch beim Reintragen des Teleskops mit voller Wucht gegen einen dort liegenden Baumstumpf gedonnert. Am liebsten hätt ich das Teleskop in den Pool geschmissen, so weh tat das. Naja, also beim nächsten Mal sind wohl Turnschuhe definitiv Pflicht.
Und dieses nächste Mal sollte auch gleich am übernächsten Abend sein. Zunächst ging es in die selbe Ecke im Aquarius, in der ich zwei Tage zuvor meine Beobachtung beendet hatte. M72 sitzt unmittelbar westlich eines Sterns und ist sehr blass. Vorsichtiges Herantasten mit 17mm und 14mm läßt einen typischen, weit entfernten globular cluster erkennen: wie gesagt, blass, aber dicht besetzt mit Sternen, leichter Helligkeitsgradient zu den Randbereichen hin, aber definitiv nicht granular, auch nicht bei indirektem Sehen. Weiter geht es zum Helixnebel, NGC7293, der im 26mm-Okular mit UHC-Filter ein blasser, großer Fleck ist, an dessen Rand ein paar Sterne aufblitzen. Im 14,5er mit UHC wird der Nebel schon zu blass, ohne UHC erkennt man die Sternchen in und um den Nebel gut. Nach drei Anläufen - durch das oftmals schlechte Wetter in heimischen Gefilden ist man gänzlich aus der Übung - habe ich dann auch noch M2 gefunden, schön im Sternennichts versteckt. Der Kugelsternhaufen ist sehr detailreich und gibt auch bei 60x noch so Einiges her. Im 6,3mm Plössl, bei fast 100x, sieht man, wie weit sich die Sternchen nach aussen hin streuen, am östlichsten Randpunkt von M2 blitzt bei indirektem Beobachten immer wieder ein singuläres Sternchen auf. Jupiter zeigt sich bei gutem seeing recht ansprechend, alle vier Monde sind relativ weit entfernt vom Planetenkörper, im 6,3mm-Okular zeigt sich mit leichtem Flirren doch hochfrequentes Seeing. Bis auf das sehr dunkle NEB sind die anderen Bänder alle sehr blaß kakaobraun.
Bezüglich deep sky-Beobachtungen war's dies auch schon, denn wie schon angedeutet, setzte sich der MOnd zusehends in Szene, so daß ich gegen Ende des Urlaubs nur noch einen Abend mit Bärbel gemeinsam zwei gemütliche Mondbeobachtungsstündchen genoß, wo wir mit dem KOSMOS Mondführer von Lagroux/Legrand eine wunderschöne Tour über unseren Erdtrabanten machten. Das Buch trägt zwar den Untertitel Mondbeobachtung für Einsteiger, ist aber unseres Erachtens nach auch für den schon erfahreneren Mondbeobachter durchaus eine schöne Bereicherung.
Mittlerweile haben wir wieder ein Ferienhaus in Istrien gebucht und werden also diesen Spätsommer wieder gut zwei Wochen auf dieser sehr abwechslungsreichen Halbinsel verbringen. Und natürlich wird wieder ein Fernrohr mit von der Partie sein. Seit Anfang diesen Jahres, also 2011, haben wir ein immer noch kompaktes, aber doch lichtstärkeres Reiseinstrument: Einen Newton mit 130mm Öffnung bei 650mm Brennweite mit Parablospiegel. Der Tubus ist leichter als der des ED80/600 und mit 60cm genau so lang. Als Montierung dient hier nicht die Lidl-Montierung, sondern eine EQ-2. Im direkten Vergleich ist diese etwas weniger schwingungsanfällig. Eine Nachführung in Deklination ist auch dabei, sowie ein Adapter für Fotogewinde, so daß ich auch einige Sternfeldaufnahmen mit leichtem Teleobjektiv machen kann. Astronomisch kann der nächste Urlaub also kommen!
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