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Hallo Sternenfreunde!
nachdem ich am Freitag, dem Tag, an dem ich den 80/600er Skywatcher ED abgeholt hatte, bereits ein erstes kurzes first light begehen konnte, wurde das Teleskop am Tag darauf einem etwas eingehenderen second light am Nachthimmel unterzogen, wenngleich es nicht ganz ohne Schleierwolken abging. Einige Dinge, die mich aber brennend interessierten, konnte ich aber gleich zu meiner Zufriedenheit klären.
Der ED80/600 von Skywatcher
Hier aber erstmal in tabellarischer Form die Übersicht des Beobachtungsabends:
Teleskop:
ED Refraktor auf äquatorialer Cosmostar-Montierung
ED Apochromat, Öffnung 80mm, Brennweite 600mm (1:7,5)
Okulare:
2" TS WA 38mm (70°) (16-fache Vergrößerung)
2" TS WA 32mm (70°) (19-fache Vergrößerung)
26mm MEADE Superplössl (52) (23-fache Vergrößerung)
10mm Speers Waler (82°) (60-fache Vergrößerung)
Sonstiges:
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
Baader Skyglow Filter
Astronomik UHC-Filter (1,25")
TS UHC Filter (2")
TS O(III)-Filter (1,25")
Binokular:Bresser Saturn Zoom, 9-27 x 56
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Zeitpunkt:
Samstag, 29. März 2008, 20:00-22:00
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5,2mag
Durchsicht:
mäßig
Seeing:
gut bis befriedigend
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Doppelsterne:
-
Galaxien:
M65, M66, NGC3628
Kugelsternhaufen:
-
Offene Sternhaufen:
M44
Gasnebel:
Rosettennebel, Orionnebel
Planetarische Nebel:
-
Sonstiges:
Saturn
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Meine erste Frage galt natürlich dem Thema Planeten. Wie würde der kleine ED am Planeten abschneiden? Visuell war ja praktisch keine Farbe zu sehen, zumindest am derzeit sichtbaren Saturn. Folglich begann ich den Abned auch gleich mit einer Webcamsession. Als Projektiv benutzte ich meine 5x Powermate von Televue, der Verlängerungsfaktor liegt beim verwendeten Setup bei ca. 6x, so daß sich eine Äquivalentbrennweite von rund 3600mm ergab, durchaus ein bereich, der schon ein paar Details zeigt. Hier ein in Registax gemitteltes Bild aus 30% von 3000 Einzelbildern:
Saturn im 80/600 ED-APO bei 3600mm Äquivalentbrennweite
Um zu zeigen, wie der ED die Farben darstellt, habe ich obiges BIld in seine drei Farbbestandteile zerlegt und diese hier nebeneinander dargestellt:
Obiges Saturnbild, zerlegt in den Rot-, Grün- und Blaukanal
Man sieht also, daß alle Farbanteile gleich scharf abgebildet werden. Einen ähnlichen Eindruck konnte auch die visuelle Beobachtung hellerer Sterne vermitteln. Nach diesem fotografischen Test wollte ich aber noch einige visuelle Dinge wissen. Meine 2" TS WA Okulare waren am 102/500-FH-Refraktor wegen des sehr schnellen Öffnungsverhältnisses absolut nicht zu gebrauchen. Der 80/600er mit f/7,5 liefert mit den beiden Okularen (38mm und 32mm) ein wirklich schön randscharfes Bild. Daher zog es mich als erstem Objekt zum Rosettennebel. Ist dieser visuell überhaupt erkennbar? Meinen 2"-William-Zenithspiegel versah ich also mit dem frisch erworbenen 2" TS UHC und rein mit dem 38er WA! Mit über 4° Gesichtsfeld ist das schon gigantisch! Und tatsächlich ist der Nebelring um den aus 6 hellen Sternen in länglicher Anordnung bestehenden offenen Sternhaufen trotz lediglich 80mm Öffnung ohne Probleme zu sehen. Wunderbar zieht sich der -ich würde sagen ca. 2° große Nebel - um den Sternahufen herum, auf 14 Uhr Positionswinkel ist der Nebel besonders dicht und auffallend. Diese Position kann durhc die 6 Haufensterne wie folgt beschrieben werden: die 6 Haufensterne gruppieren sich in 3 Paaren. von denen 2 senkrecht zur Längsachse des Haufens stehen und das äußerste einen Winkel zur Haufenlängsachse bildet. Und genau an dieser Spitze des Haufens ist der Nebel am dichtesten. Nimmt man das 32er WA mit nrumehr 19-facher Vergrößerung, kann man erkennen, daß oberhalb dieses hellsten Nebelteils am Sternhaufen vorbei nach unten durch den Nebel eine deutlich wahrnehmbare Dunkelstruktur zieht. Dort, wo auf ca. 17 Uhr Positionswinekl die Dunkelstruktur durch den Nebelring schneidet, scheint die äußere Ringkontur nicht rund zu sein, sondern eher eine "Ecke" auszubilden! Auch Bärbel erwähnte diese Sichtungen analog und unabhängig von mir. Bei diesem Objekt kommt es also wirklich und vor allem auf riesigeGesichtsfelder an!
Derart motiviert, haben wir uns noch das Schwertgehänge in Orion betrachtet, M42 und M43 sind natürlich auch in dieser kleinen Optik ein Hochgenuß, wenngleich man hier dann schon lieber wieder zu etwas höheren Vergrößerungen wechselt, da dieser Nebelkomplex nun doch deutlich kleiner ist als die wunderbare Monoceros-Rosette.
Weiter ging's zu M44, Präsepe, sonst eher unspektakulär, wirkt der Sternhaufen bei 16x und 19x bei jeweils gut 4° Gesichtsfeld sehr geschlossen, fast schon dicht, viele orange und gelbe Sterne tummeln sich hier, keiner von ihnen zeigt irgendwelche Farbsäume, auch nicht bei testweiser Hochvergrößerung auf einzelne Sterne (120x).
Zu guter lezt noch ein Schwenk zu M65, M66 und NGC3628. Bei 16x und 19x sind die beiden Messiergalaxien sehr auffällig, die NGC hingegen nur schwach erkennbar, wobei auch zu sagen ist, daß die Transparenz alles andere als wirklich gut war, eigentlich kein Galaxienhimmel. Im 10er Speers Waler waren bei M65 und 66 schön die ovale Form erkennbar. allerdings reichte es für eine Sichtung der NHC-Galaxie bei 60x dann nicht mehr.
Es war ein äußerst interessanter Abend, der zeigte, daß auch 80mm Öffnung einen Heidenspaß am Himmel bereiten können. Gerade die Möglichkeit, mit dem 80/600er auch meine 2"-Okulare gewinnbringend einsetzen zu könenn, eröffnet mir neue beobachterische Perspektiven. Obejkte wie M31, M33 oder M45 müssen in dieser Konfiguration bestimmt traumhafte Erlebnisse werden! Ach ja, für fotografische deep-sky-Ausflüge habe ich mir einen Williams 0,8x-Reducer/Fieldflattener besorgt; den hat mir aber Bärbel abgenommen; den gibt's erst Im Herbst zu meinem Geburtstgag. Bis dahin muß ich also mit 600mm Brennweite fotografieren...
Clear skies
Markus
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