Hallo Sternenfreunde,
diesmal haben Bärbel und ich uns spontan entschlossen, anstatt 5 Tage
Skifahrn im März in Österreich lieber 2 Wochen nach Lanzarote zu fliegen,
da die paar Tage Skifahren samt Unterkunft und Skipässen fast schon genau
so viel kosten, wie zwei Flüge auf die Kanaren...
Die gelb geschriebenen Passagen stammen wieder aus Bärbels Feder.
Natürlich gibts auf 29° nördlicher Breite allerhand zu erspechteln, was bei
uns nicht möglich ist, also mußte ein Reiseteleskop her. Der Optimus war
natürlich erster Kandidat, aber mein Händler stellte mir für die Reise inklusive
mehrwöchiger "Einsehzeit" leihweise einen 4" f/5-Celestronrefraktor zur Verfügung,
der auf der einen Seite 20cm kürzer wie der Optimus ist, auf der anderen Seite
aber die 2,1-fache Lichtmenge liefert. Fast eine Größenklasse!
Ein erster Test zu Hause zeigte, daß die Montierung des Optimus optimal zu dem
zwar dickeren, dafür aber kürzeren und weniger hoch vergrößernden Rohr paßte,
als Reisepackage ideal, Fernrohr samt 6x30-Sucher, Montierung, Alustativ und
Gegengewicht bringen grade mal 7kg auf die Waage.
Schön in diverse Badetücher eingewickelt kam das ganze Teleskopgeraffel in
einen separaten kleinen Koffer, so daß wir 3 Gepäckstücke eincheckten.
Zwar überzogen wir die erlaubten 40kg um genau 10kg, jedoch wurde kein
Übergepäckzuschlag fällig. Dies ging also genauso kostengünstig über die Bühne
wie der Transport des Optimus im Herbst nach Griechenland, wo wir selbigen
samt Montierung noch in unsere beiden Koffer gezwängt hatten.
So ging es also los, Dienstag früh um halb sieben (gähn) hob unser Airbus A320
von MUC ab in Richtung Lanzarote - wo uns erstmal dichte graue Wolken und
ziemlich stürmisches Wetter begrüßten. In unserem Quartier fanden wir einen
recht großen und nach Süd-Südwesten orientierten 20-Quadratmeterbalkon vor,
was auch Spontanspechtelungen möglich machte; praktisch, bei dem wechsel-
haften Wetter, wie sich noch zeigen sollte.
Hier aber erstmal die reinen Beobachtungsdaten:
Teleskop:
Celestron 102mm-FH-Refraktor, f=500mmm auf LIDL-Montierung
Okulare:
32mm Celestron Plössl (16x),
26mm Superplössl (19x), 14,5mm Erfle (34x), 10mm Super (50x),
5mm Eudiascopic (100x)
Sonstiges:
Astronomik UHC
|
Zeitpunkt:
29. April 2003 - 13. Mai 2003
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5,2mag
Durchsicht:
sehr gut
|
Doppelsterne:
-
Galaxien:
M104, M83, NGC5128
Kugelsternhaufen:
NGC5139 (Omega Centauri), M68, NGC3201, M4, NGC6388, NGC6541, M22, NGC5986
Offene Sternhaufen:
NGC2451, NGC5460, NGC6231, NGC6259, CR316, NGC6242, NGC6258, NGC6281, M23, M21, NGC6530,
Planetarische Nebel:
NGC3132, NGC6302, M27
Gasnebel:
M20, M8, M16, M17
Sonstiges:
M24, Jupiter
|
Auf einige Abende und Nächte verteilt, konnten wir doch das ein oder andre Objekt
vor die Linse kriegen. Allerdings erfüllte sich unsre Hoffnung, eine perfekt sternklare
Nacht zu kriegen, die es lohnen würde, mit dem Mietwagen in die El-Jable-Wüste oder
in die Berge nach Los Helechos zu fahren, nicht.
So in etwa hätte unser Beobachtungsplatz in der El Jable ausschauen können.
Nur zwei Nächte waren wirklich brauchbar,
in der einen packten wir unsere Sachen und stellten das Teleskop an einer möglichst dunklen,
hinter einer Steinmauer lichtgeschützten Ecke am Strand auf, die zweite Nacht war ab
drei Uhr früh halbwegs sternklar, so daß ich mich hier auf den Balkon beschränkte. Wer
will schon um drei Uhr in der Weltschicht rumfahren, um dann in den Bergen die permanent
dort stauenden Wolken zu finden? Nun, die vielen Straßen- Pool- und diversen anderen Beleuchtungen,
die man vom Balkon aus sah, machten das Auffinden der Objekte schwierig und eine vernünftige
Adaption unmöglich. Bei schwachen Objekten hieß das, mit dem Handtuch überm Kopf fünf oder
zehn Minuten ins Okular zu blicken und auf Details warten - wenn nicht wieder Dunst oder Wolken
die Objekte wegkippen ließen.
Erste astronomische Gehversuche auf dem Balkon
Der zweite Abend, am 30.4., zeigte sich - zunächst - von einer recht klaren Atmosphäre, schön ging
die Sonne hinter den Vulkanbergen unter, und bald darauf zeigte sich Orion noch wacker halbhoch
im Westen, Sirius strahlend hell, wunderbar hoch. Jupiter und das Sternbild Löwe praktisch im Zenith!
Mein erstes Ziel waren dann auch gleich die Puppis-Sternhaufen, von denen allerdings nur NGC2451
richtig was brachte, denn der Horizontdunst machte weitere versuche in Puppis zunichte. Bei 19x
gruppieren sich viele helle Sterne um einen auffallend orangefarbenen Hauptstern. Ungefähr 25 Sterne
gruppieren sich in rechtwinkligen Figuren angeordnet bei 34x. Ein spektakulär schönes Objekt, das
natürlich gezeichnet werden mußte! Hier das Resultat:
NGC2451, 102mm-FH-Refraktor, f=500mm bei 34x
Da nun der Horizontdunst immer aufsässiger wurde, ein Schwenk nach oben zu M104, die vor
allem bei 50x wunderbar ihre langgestreckte und nach Süden hin abgeflachte Form vor schwarzem
Himmel offenbarte - die Transparenz des Kanarenhimmels wäre schon wirklich gut, wenn das Wetter
mitspielen würde. Im Corvus steuerte ich dann den Kugelsternhaufen M68 an, der bei 19x als blasser,
aber deutlich zu sehender Kugelsternhaufen zu erkennen ist. Der Kugelsternhaufen wirkt sehr locker
und flächig, auch wird er bei 50x schon sehr auffallend grieselig, für ein richtiges Auflösen reicht
aber die Balkonadaption meiner Augen nicht. Ein erster Schuß auf NGC5139, Omega Centauri,
läßt das wahre Ausmaß seiner Pracht schon erkennen: Trotz deutlicher Wolkenschleier mit 50x
Sterne bis ins Zentrum! Allerdings war das für die erste Nacht schon alles und was folgte, waren
drei vom Wettergott astrobefreite Urlaubsabende.
Am 3. Mai dann, um 1:45 - ich war kurz wach geworden und bin gleich auf dem Balkon geblieben, ging
ich sofort wieder auf Omega Centauri los, der mich natürlich besonders interessierte. Bei 19x zeigt
sich ein besonders heller und großer Sternhaufen, am Rand zerfällt er schon stark in Einzelsterne.
34x und 50x präsentieren eine schiere Unzahl von Sternen, der Haufen hat etwa 1/2° Durchmesser.
NGC5460 zeigt bei 19x zwei Sternengruppen, 34x zeigt eie halbkreisförmige Gruppe von Sternchen
und daneben eine weitere Sternengruppe. 50x offenbart die Trapezform des Zentrums der zweiten
Sternengruppe, die insgesamt aus etwa 10 Sternen besteht, der kleine Halbkreis besteht aus etwa
einem halben Dutzend Sternen. Das Ganze ist von hellen Sternen weiträumig eingerahmt, insgesamt
sind die Haufenmitglieder allesamt recht helle Sterne. Auch hier habe ich wieder den Bleistift gezückt:
NGC5460, 102mm-FH-Refraktor, f=500mm bei 50x
Das letzte Objekt dieser kurzen spechteltechnischen Schlafpause war der Kugelsternhaufen M4
im Skorpion, in unseren Breiten meist ein recht flauer Geselle, hier aber selbst mit nur 4" ganz ganz
wunderbar zu sehen, unter allen Vergrößerungen deutlich granulär, fast klumpig. Bei 34x und noch
höheren Vergrößerungen zeigt M4 einen waagrechten Sternenbalken, der besonders gut bei 100x
und indirektem Sehen hervortritt.
Sternbeobachtung am Strand
Am 4.5. um 22 Uhr haben wir uns dann auf den Weg gemacht, zu einer durch eine Uferbe-
festigungsmauer streulichtgeschützten Ecke direkt am Strand. Dies ermöglichte eine
blendungsfreie Horizontsicht bis weit in den Centaurusbereich hinein, wenngleich auch
die untersten 10° Elevation immer wieder von Dunst und Wolken durchzogen wurden.
Aber immerhin konnte man jetzt große Teile der Sternbilder Centaurus und Lupus erkennen!
Zum Einsehen wurde erstmal der leicht aufzufindende und recht hoch stehende Kugel-
sternhaufen M68 im Raben anvisiert. Bei 19x ist er schon deutlich als schwaches
Nebelfleckchen zu erkennen. Bei 34x wirkt M68 schon sehr körnig bei gleichzeitig relativ
niedriger Flächenhelligkeit. Am besten präsentiert sich der Sternhaufen bei 50x, man
erkennt, daß der Kern leicht nach "rechts" versetzt ist. Bei 100x ist der Haufen zwar noch
als körnig zu halten, aber schon recht flau.
M104, die Sombrerogalaxie, ist schon bei 19x als einseitig scharf begrenzte Spindel zu
sehen. Am besten bei 34x im Erfle, hier ist klar das sehr helle, runde Zentrum und der
sehr scharf begrenzte Halo zu sehen: die typische Sombreroform. Jenseits des Staubbandes
ist jedoch nichts zu erkennen.
M83 ist eine recht große Galaxie, etwa ein halbes Grad Durchmesser. Man erkennt einen
hellen Kern umgeben von einem schwachen Halo, der in etwa im Verhältnis 3:4 elongiert
ist.
M83, 102mm-FH-Refraktor, f=500mm bei 50x
Zu Omega Centauri, NGC5139, habe ich schon einiges geschrieben. Hier also Bärbels Kommentar:
Nachdem ich von unseren ersten drei Objekten M68 in der Hydra, M104 in der Virgo und der Hydragalaxie
M83 nicht besonders begeistert war (irgendwie konnten die nicht mit besonderem Detailreichtum
glänzen) wollte ich eigentlich gar nix schreiben. Aber jetzt, da Markus mir Omega Centauri zeigt,
bin ich doch wirklich platt und kann mich fast gar nicht satt sehen. Die reinste Wunderkerze im dunklen
Kanarenhimmel. Wow, bei 50-facher Vergrößerung kann man mit indirektem Sehen fast Einzelsterne
in den Randbereichen auflösen!
Um den prächtigen Anblick des größten aller von der Erde aus sichtbaren Kugelsternhaufen zu
illustrieren, habe ich mich an folgender Zeichnung versucht:
Omega Centauri, 102mm-FH-Refraktor, f=500mm bei 50x
Weiter führte uns unsere Tour - begleitet vom sanften Meeresrauschen - ganz weit in die Tiefen
des Weltalls zur Radiogalaxie Centaurus A, katalogisiert als NGC5128. Bei 19x ist die Galaxie
schwach zu sehen, bei 34x im Erfle tritt diese recht kleine Galaxie deutlicher hervor. Indirekt ist
ein recht breites, dunkles Band zu erahnen, bei 50x erkennt man, daß dieses Dunkelband in etwa
in Südostrichtung zeigt.
Die Radiogalaxie Centaurus A konnte ich mit meinen verschlafenen Augen grad halt erkennen,
aber irgendwelche Staubbänder, wie meine bessere Hälfte sagte, konnte ich beim besten Willen
nicht erkennen.
Tagebuchnotiz einer verschlafenen Beobachterin...
Die "Augen" muß ich bei Centaurus A aber scheint's übersehen haben.
Der Sternhaufen NGC5460 ist auch bei 100x genial zu sehen, hier kann man schön die interessante
Struktur dieser wunderschönen Sternansammlung genießen, bei der sogar Bärbel wieder wach wurde:
Dagegen ist NGC5460 ein gut erkennbarer Glitzer-Glimmer. Total putzige Sternengruppen!
NGC5986 im Lupus, ist ein Kugelsternhaufen, der etwas deutlicher zu sehen ist wie M68 und der auch
etwas kompakter wirkt.
Nach diesem sehr schönen Ausflug an den nächtlichen Strand erlangte das wolkige Wetter wieder die Oberhand,
wodurch vor dem großen Spechtelfinale nur noch ein kurzes Balkonintermezzo drin war:
Am 7.5. notierte ich folgendes in unser Tagebuch: Trotz widriger Umstände NGC3201 grade noch erwischt:
indirekt ein flächiger und körniger Kugelsternhaufen bei 19x, bei Wechsel auf höhere Vergrößerung haben schon
die Wolken zugeschlagen. Etwas später erwische ich ihn noch mit 34x, wo er am detailreichsten wirkt. Bei 50x
ist kaum mehr etwas zu sehen. NGC3132, vor allem bei hoher Vergrößerung mit UHC-Filter ein nicht scharfstellbarer
grauer Stern. Bei 100x steht das Helligkeitszentrum - ich vermute, es handelt sich um den Zentralstern - im
östlichen Bereich des ansonsten runden Nebelscheibchens.
Das Finale: Die große Skorpion-Tour
Am 10.5. bietet sich die letzte wirkliche Beobachtungsgelegenheit, und diese wird auch ausgiebigst genutzt!
Um 3Uhr nachts werde ich wach, geh kurz auf den Balkon: Keine Wolken, der Mond ist grade im Begriff, unterzugehen
Skorpion kulminiert grade vor meiner Nase und das Teleskop steht einsatzbereit auf dem Balkon. Auf gehts!
M4 ist bei 19x deutlich, was sofort die Qualität des kanarischen Sternhimmels zeigt, ist doch dieser Kugelsternhaufen
in unseren Breiten selbst mit 5 Zoll Öffnung ein eher blasser Geselle. Bei 34x ist der Cluster am Rand eindeutig aufgelöst,
genau südlich steht ein kleines Sternchen, in Nord-Süd-Richtung durchquert ein auffallendes Sternenband den
Kugelsternhaufen. Wunderbar! Bei 50x sieht man kaum mehr an Details.
NGC6231 ist ein schier umwerfender offener Sternhaufen. Bei 50x ist er im 1,1° messenden Gesichtsfeld mit Zeta
Scorpii am schönsten zu sehen. Gut ein Dutzend recht heller Sterne geben sichn hier ein funkelndes Stelldichein.
Ein genialer Anblick. NGC6388 ist ein heller, deutlich zu sehender Kugelsternhaufen. Er bildet mit 2 Sternen ein
flaches Dreieck. Bei 19x recht klein und kompakt, bei 34x deutliche Kugelsternhaufengestalt mit hellem Zentrum.
Immer wieder entziehen ihn horizontnahe Dunst- und Wolkenschleier meinen Blicken. 50x läßt aber die Trennung
von Kern- und Randbereichen noch besser zu. Mit NGC6259 wage ich mich auf non-Karkoschka-Terrain vor. Bei 34x
sehe ich südwestlich einer kleinen gebogenen Sternenkette einen schwachen, kompakten Sternenknoten, der
sich vor sternenleerem Himmelshintergrund zwar schwach, aber dennoch deutlich abhebt. Für 50x ist er aber zu
lichtschwach. Theta Scorpii liegt wunderbar in einem reichen Sternfeld. NGC6541 etwa 5° weiter östlich ist
ein im Vergleich zu NGC6388 hellerer und etwas größerer Kugelsternhaufen. 19x zeigt ihn wunderbar deutlich.
Bei 50x wird die körnige Struktur und der Helligkeitsgradient vom Zentrum zum Rand hin deutlich erkennbar.
CR316 am Schwanz des Skorpions ist schön als Gruppe von 20 Sternen zu sehen, davon vier recht helle orange-
farbene, die wie ein flaches T die Sternenansammlung durchkreuzen.
NGC6242 ist ein wunderbarer, kompakter Sternhaufen: bei 50x sieht man sechs Sterne länglich angeordnet und
dazwischen deutliche Hintergrundnebulosität: wunderbar! Auch NGC6258 zwei Grad weiter östlich ist ein äußerst
sehenswerter, kompakter Sternhaufen. Bei 34x ebenfalls länglich, bei 50x wirkt er wie zwei parallel angeordnete
Sternenketten. Dieser Eindruck bestätigt sich bei 100x. NGC6281 ist schon bei 19x ein absoluter Knaller! Bei
34x bilden zwei Dutzend Sterne ein flaches Dreieck, die lange Seite nord-süd-gestreckt. Dazwischen liegen viele,
viele Hintergrundsternchen! 50x zeigt zwar nicht mehr Sterne, aber deren phantastische Anordnung noch um
Einiges plastischer. NGC6302, der bug nebula, fällt bei 19x nur mit UHC wegen seines eigentümlichen Farbstichs
auf. Bei 34x mit UHC sieht man einen kleinen planetarischen Nebel, leicht oval, aber ohne weitere Details.
Das Nebeloval scheint mir ost-west gestreckt zu sein.
Mittlerweile ist es 5 Uhr morgens, Bärbel kommt auf den Balkon gewankt, sieht Sagittarius in voller Pracht und
ist schlagartig hellwach. Also begeben wir uns noch ein gutes Stündchen in den Schützen: Sommermilchstraße
pur. Dabei beginne ich mit M23, eines der letzten mir fehlenden Messierobjekte. In meiner Sagittarius-Euphorie
hab ich den anscheinend immer "rechts" liegen lassen - schlicht übersehen. Und dann das! Eines der
sehenswertesten Messierobjekte überhaupt! Bei 34x tummeln sich da Dutzende von erstaunlich hellen Einzelsternen.
Welch eine Pracht hab ich da über Jahre hinweg am sommerlichen Firmament schlichtweg übersehen? Auch
Bärbel zeigt sich ob dieses Objekts schwer beeindruckt. M8 zeigt bei 34x und bei 50x die Dunkelteilung des Gasnebels,
schön auch der Kontrast zum benachbarten offenen Sternhaufen. Hier macht sder gute Kontrast des kleinen
Refraktors viel aus! Tolle Details in den Wolkenstrukturen. Auch der runde Nebelhauch von M20, dem Trifid,
ist ganz toll zusehen, auch wenns natürlich nicht für die drei Elephantenrüssel reicht. Auch der benachbarte M21
ist immer wieder ein lohnendes Ziel: ein kleiner, feiner offener Sternhaufen strahlt da munter aus der Milchstrasse.
M22, der Turbokugelsternhaufen zeigt mal wieder, daß er zu Recht mein Lieblingsobjekt ist: bei 34x
bis ins Zentrum bröselig, bei 50x zeigt sich eine nach Westen hin verschobene Helligkeitsverteilung.
M17, der Schwan, Bärbels Favorit, ist bei 34x mit UHC ein schier überwältigender Anblick. Der Adlerbnebel M16
ist hier schon mit 4" als deutlicher Nebel zu sehen, bei uns langt's meist nur für den offenen Sternhaufen. Mit dem
32mm Plössl und 3,5° gesichtsfeld wird nun noch ehrfürchtig die große Milchstraßenwolke M24 begutachtet:
ein absolut traumhafter Anblick. M27, fast im Zenith bildet den krönenden Abschluß, hier kommen mit 4" schon
fast die Ohren der Hantel rüber! Es ist jetzt 6:20 uhr und immer noch stockschwarze Nacht! Zwanzig Minuten später,
um zwanzig vor Sieben, ist es bereits taghell.
So schnell geht hier eine wunderschöne, traumhafte Urlaubsnacht zu Ende.
Ich hoffe, der Bericht ist nicht zu lang geworden und hat einige unserer eindrücke rüberbringen können!
Viel Grüße, vielen Dank für Eure lesegeduld und clear skies,
Bärbel & Markus
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