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Hallo Sternenfreunde!
Mitte September kam das neue Interstellarum-Heft reingeflattert, ich hatte Urlaub, das Wetter war so, wie es normalerweise nicht ist, wenn man Urlaub hat, nämlich wunderschön, und nach einem gemütlichen Mittagessen blätterte ich bei einem Espresso mit Bärbel ein wenig in oben genannter Astro-Zeitschrift. Deep-Sky-Nächte für Großstadtbeobachter - Sternhaufen-Felder im Sternbild Kassiopeia - hieß es da und dahinter verbarg sich ein äußerst lesenswerter Himmelsstreifzug, den ich gleich an Bärbel weiterreichte. Auch sie war von der Beschreibung gleichermaßen angetan und inspiriert und so war klar wie der Himmel an diesem Tag: Heute Abend ziehn wir genau diese Tour durch und zwar mit dem kleinen Optimus-Refraktor! Und hier wie immer erst eine Zusammenfassung der Objekte und der Beobachtungsbedingungen:
Teleskop:
Optimus Refraktor auf äquatorialer Lidl-Montierung
FH-Achromat, Öffnung 70mm, Brennweite 700mm (1:10)
Okulare:
26mm-Super-Plössl von MEADE, Serie 4000 (27-fache Vergrößerung)
18mm Antares Speers Waler 82° (39-fache Vergrößerung)
~14,5mm WA Erfle von INTES (48-fache Vergrößerung)
10mm Antares Speers Waler 82° (70-fache Vergrößerung)
12,5mm orthoskopisches Okular von Vixen (56-fache Vergrößerung)
7,5mm Antares Speers Waler 82° (93-fache Vergrößerung)
7mm orthoskopisches Okular von Celestron (100-fache Vergrößerung)
6,3mm-Kellner von Bresser (111-fache Vergrößerung)
5mm Eudiascopic von Baader (140-fache Vergrößerung)
Sonstiges:
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
Baader Skyglow Filter
Astronomik UHC-Filter
Binokular:Bresser Saturn Zoom, 9-27 x 56
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Zeitpunkt:
Donnerstag, 20. September 2007, 21:30-23:30
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5,2mag
Durchsicht:
gut
Seeing:
gut
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Doppelsterne:
-
Galaxien:
M31, M32, M110
Kugelsternhaufen:
-
Offene Sternhaufen:
h+x Persei
M103, NGC659, NGC663, NGC654, NGC637, NGC559, NGC457
Gasnebel:
-
Planetarische Nebel:
-
Sonstiges:
-
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Der Halbmond stand zwar nicht besonders hoch am Himmel, aber trotzdem reichte sein Licht, die Grenzgröße bis rüber zur Cassiopeia merklich zu reduzieren, so daß im Zielgebiet mit 5m2 ein für unsere Verhältnisse relativ mauer Himmel vorherrschte. (In guten Nächten erreicht man bei uns im Garten so 5m8 bis 6m0).
Begonnen haben wir erstmal mit h und Chi Persei. Der westliche der beiden Sternhaufen zeigt mittig zwei, drei hellere Sterne und ist insgesamt etwas kräftiger und heller als sein östlich gelegener Begleiter. Im 14,5er Erfle findet Bärbel den Doppelsternhaufen deutlich besser, obschon sie ihn "großflächiger" in Erinnerung hat. Dies liegt natürlich auch an dem durch den Mond leicht aufgehellten Himmel. Bei 70x im Speers Waler (1,2° wahres Gesichtsfeld) ist der Kontrast noch um Einiges besser, Bärbel meint: "Wie im Planetarium!" Naja, toll ist der Anblick von H und Chi auch bei 70mm Öffnung... Im westlich gelegenen der beiden Sternhaufen entpuppt sich das Zentrum als Y-förmige Sternengruppe. Auch hier bei 70x ist im direkten Vergleich dazu der östlich gelegen Sternhaufen deutlich lockerer gestreut.
Nun steigen wir aber voller Elan in die im Interstellarum beschrieben Tour ein. Ausgangspunkt ist ein Messier-Sternhaufen, M103. Dieser zeigt sich bei 27x als kleine, rautenförmige Ansammlung von 5 Sternchen, die eine Figur bilden, die in etwa an Lyra in klein erinnert.Mit indirektem Sehen erkennt Bärbel 3 Sterne in der Raute, erst bei 70x fällt der 4. Stern der Raute richtig ins Auge. Bärbel entdeckt oberhalb des hellsten Sterns der Raute (rechts unterer Stern) noch einen fünften, sehr schwachen Stern. Rechts, etwas östlich, knapp ein halbes Grad von M103 befindet sich eine kleine pfeilförmige Anordnung von Sternen. Ob das ein eigener Sternhaufen ist oder nur ein Asterismus? Ein Blick in Cartes du Ciel am nächsten Morgen zeigt: kein Sternhaufen an dieser Stelle. Hat Bärbel also doch kein "eigenes" Deep-Sky-Objekt entdeckt. Was eigentlich ein offener Sternhaufen genau sei, meint Bärbel. "Wenn die Einzelsterne nicht besonders konzentriert sind, könnten das doch auch nur ein paar zufällig etwas dichter stehende Milchstrassensterne sein, so wie hier bei M103!" Na, so unrecht hat sie da gar nicht...
Weiter geht es zu NGC663, im 26er Okular ein sehr sternreicher, hingepuderter offener Sternhaufen aus mittelhellen Sternchen. Bei 48x fallen einem drei Sternpaare auf, die wie Augenpaare aus dem Sternennebel blinzeln, wobei die oberen Augenpaare stärker sind, nach unten hin wird der Cluster etwas schwächer. Die drei Augenpaare sind ein wenig wie Gespenster, passend zum Radioprogramm des Abends, Beethovens Geistertrio.
NGC659 befindet sich rechts oberhalb eines doppelten Sterns, der auf vierteltem Weg zwischen NGC659 und NGC633 steht. Bei 27x lediglich ein schwacher Nebelfleck, Bärbel verlangt dringend nach mehr Vergrößerung. Bei 70x sind mit indirektem Sehen 1 hellerer und 2,3 schwächere Sterne auflösbar. Bärbel: "Weiter unten ist noch einer!" Allerdings hält sich die Detailwahrnehmung bei NGC659 mit nur 7cm Öffnung in Grenzen und so wandern wir weiter zu NGC654. Bei diesem handelt es sich um einen fächerförmigen Sternenschimmer, die Öffnung des Fächers von NGC633 weg gerichtet, an dessen Spitze ein hellerer Stern sitzt. Bärbel wähnt ihn bei indirektem Sehen an der Auflösbarkeitsgrenze. Im 14,5er Erfle sind 3 Einzelsterne auflösbar vor nebligem Hintergrund. 70x bringt keinen Informationsgewinn mehr.
NGC637 ist schon bei 27x als kkleiner, kompakter Haufen ohne Probleme sichtbar. Im 14,5er Erfle und bei 70x sind 5 Sterne vor nebligem Hintergrund eindeutig auflösbar. NGC559 ist bei 27x ein verwaschenes Nebelfleckchen, im 14,5er Erfle sieht man nördlich des Nebelfleckchens eine gebogene Sternenkette. Bei 70x ist die Vergrößerung zu hoch und der Sternhaufen zu dunkel.
7°C hat uns diese Nacht gebracht, und trotzdem wirkt die Luft relativ mild. Ein abschließender Blick auf M31 läßt auf halbem Weg zwischen M31 und M110 ein schräg zwischen den beiden Galaxien hindurchlaufendes Dunkelband erkennen.
Eine entspannende und wunderbare Beobachtungsnacht, eigentlich nur ein Beobachtungsabend, geht so zu Ende und beide waren wir wieder der beiderseitigen Überzeugung, das dieses schöne Hobby auch ganz gemütlich mit einer wirklich einfachen und kleinen Optik erlebt werden kann! So schön auf der einen Seite die Faszination des Himmels durch unseren großen Zehnzollnewton sein kann, so schön ist es auf der anderen Seite, die Wunder des Himmels auch schon mit einem kleinen Fernrohr vom Himmel holen zu können.
Viele sternklare Nächte Euch allen,
Markus.
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