Hallo Sternenfreunde!
Gestern war das Wetter echt super - ein kristallklarer Sternhimmel mit so 5mag5 zeigte sich -
da wurde natürlich der Spechtelzoo rausgeräumt.
Beobachtet hab ich mit dem 4,5"-newton, meine Frau hat nebenbei mit dem 70mm-Refraktor
ein paar Objekte gesucht und parallel dazu hab ich auf der Starfindermontierung elektrisch
nachgeführte Sternfeldaufnahmen gemacht.
Hier kurz zum Instrument:
Dörr/Danubia Saturn 45 - Newtonteleskop 4,5" f=900mm auf EQ-2 und Holzstativ
Okulare: MEADE Series 4000 Superplössl 26mm (35x)
Optus RK 20mm (45x)
Celestron Ortho 7mm (128x)
Kellner 6,3mm (143x)
Baader Eudiascopic 5mm (180x)
Celestron Ultima Barlow, 3-linsiger Apochromat mit Luftspalt
Optus 4mm (225x)
Baader Skyglow Filter
Zeitpunkt: 23. Juni 2001, 22:30 - 02:00
Grenzhelligkeit: 5mag5
Transparenz: gut, Milchstraße inkl. Teilung zu sehen
Seeing: sehr gut
Beobachtete Objekte:
Offene Sternhaufen: M11
Kugelsternhaufen: M13, M107, M10, M12
planetarische Nebel: M27
Da es zur Zeit ja recht lang hell ist, hab ich mich erstmal auf den Vierfachstern Epsilon Lyrae gestürtzt.
Dieser war bei 180x im 4,5"er problemlos in 2x2 blaue Komponenten mit Zwischenraum zu trennen,
wobei die Orientierungsachsen beider Paare aufeinander senkrecht stehen. Epsilon Lyrae so deutlich
im 4,5er - das zeigt ein sehr gutes seeing.
Danach gings erstmal ab zu M13, der bei 45x schon recht körnig wirkt, vor allem natürlich in den Rand-
bereichen. Beii 180x (ja das verträgt M13 im 4,5er) wird mit längerem Hinsehen immer mehr an
Details sichtbar: unzählige Hintergrundsterne und davor drei, vier Dutzend hellere Sternsprenkel, die ein
radiales Netz an Sternenketten aufspannen. Bei 143x im 6,3er Kellenr ist das ganze zwar etwas kleiner
zu sehen, dafür aber auch etwas heller.
M107 in Ophiuchus ganz schwach bei 45x, am besten indirekt zu erkennen. Auch bei 128x ist er noch
schwach zu sehen. Um 23:53 saust ein Satellit 15' östlich von M107 in S-N-Richtung vorbei. M107 zeigt
kaum Details, ein recht schwaches Objekt.
M12 dagegen bietet schon etwas mehr, ist bei 45x deutlich granulär. Bei 128x verstärkt sich dieser granu-
läre Anblick und in der näheren Peripherie tauchen einige Einzelsterne auf. Er ist deutlich besser zu sehen
als M107, aber auch deutlich schwächer als M13, ziemlich genau zwischen beiden.
M10 hingegen wirkt bei 45x schon richtiggehend sprenkelig und nochmals gut heller als M12. Bei 128x
offenbaren sich Unmengen von Einzelsternen. Der Kugelsternhaufen ist relativ locker. Der beste
Kugelsternhaufen im Schlangenträger!
Mittlerweile hab ich schon das erste Dutzend Bilder verschossen (400ASA-Film, 135mm-Objektiv 1:2,8
sowie 4 bzw. 8 Minuten Belichtungszeit). Bin gespannt ob man NGC7000 auf den Bildern sehen kann.
Große Teile der Sommermilchstraße mußten dran glauben und wurden aufs Zelluloid gebannt.
Nun gings weiter ins Sternbild Scutum zu einem meiner Lieblingsobjekte, dem Wildentenhaufen M11.
M11 im 4,5"-Newton / f=900mm bei 70x
M11 wirkt fast wie ein Komet, bei 70x zeigen sich wunderschön unzählige Einzelsterne, die fächerförmig
vom hellsten Haufenstern auszugehen scheinen. Einfach wundervoll! Südlich steht ein doppelter Stern.
Von M11 kann man einfach nicht genug kriegen!
Abschließend gings dann noch zu M27, dem Hantelnebel in Vulpecula.
M27 im 4,5"-Newton / f=900mm bei 70x
Dieser zeigt sich bei 35x wunderschön im Okular als graues, leicht tailliertes Rechteck mit abgerundeten Ecken.
Bei 70x verstärkt sich dieser Eindruck. Auch der Kontrast ist bei 70x besser, bei indirektem Sehen werden
ansatzweise sogar die Ohren des Nebels sichtbar.
Gegen 2 Uhr nachts hatte ich dann die 24 Bilder des Films verschossen und ich brachte den ganzen Spechtelzoo
ins Bett!
clear skies
Markus