Hallo Sternenfreunde!
Nach einigen Wochen recht durchwachsenen bayerischen Sommerwetters sollte es tatsächlich mal
wieder für ein zweistündiges "Cloudhopping" reichen.
Für alle jetzt erstmal im Telegrammstil die Beobachtungsdaten:
Teleskop: Meade Starfinder 10" Newton auf äquatorialer Montierung mit 2-Achsensteuerung
Hauptspiegelbrennweite 1140mm, macht ein Öffnungsverhältnis von 1:4,5
Okulare: 26mm-Super-Plössl von MEADE, Serie 4000 (44-fache Vergrößerung)
7mm orthoskopisches Okular von Celestron (163-fache Vergrößerung)
6,3mm-Kellner von Bresser (180-fache Vergrößerung)
5mm Eudiascopic von Baader (228-fache Vergrößerung)
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
Binokular: Bresser Saturn Zoom, 9-27 x 56
Objekte:
Doppelsterne: My Librae, Epsilon Lyrae
Kugelsternhaufen: M12
Galaxien: NGC 6503
Planetarische Nebel: NGC 6543
Zeitpunkt: 19.06.2001 22:30 - 00:30
Durchsicht: Sehr gut
Grenzhelligkeit: 4mag5
Zur Einstimmung gings gleich mal an den Doppelstern µ Librae etwas nördlich von Alpha Librae.
(5m7;6m7;2,0"). Dank -14° Deklination wabert er doch ganz schön über dem Nachbarhaus. Bei
180x scheint nördlich die schwächere Komponente blickweise abgetrennt zu sein. Bei 228x bestätigt
sich dies: blickweise beide Komponenten klar getrennt, die Nördliche ist die schwächere, beide sind
blau. Ein Schwenk zu Epsilon Lyrae zeigt ein viel ruhigeres Bild. Das Vierfachsystem ist gegenüber
µ Librae einfach ein Kinderspiel!
Der Kugelsternhaufen M12 in Ophiucchus ist östlich, südlich und nördlich von einem hellen Stern eingerahmt.
Er erscheint schon bei 44x teilweise recht aufgelöst, jedoch ist heute der Kontrast zum Himmelshinter-
grund eher schlecht. In den Randgebieten von M12 sind ca. 6-8 hellere Einzelsterne zu sehen.
M12 bei 88x; 10"-Newton, f=1140mm am 19.06.2001
Bei 163x wirkt er sehr locker, es zeigt sich eine graue, sehr klumpig bis körnig wirkende Nebulosität hinter
zwei Dutzend hellen Sternen. Er erscheint irgendwie viereckig.
NGC 6503, eine Galaxie im Drachen, ist bei 44x deutlich als dunkelgrauer Streifen im Okular zu sehen, die
Hauptachse ist ost-west-gerichtet. NGC 6503 verträgt sogar 163-fache vergrößerung, hier wird eine ovale
Scheibe sichtbar, die recht homogen dunkelgrau gefärbt ist. Es sind keine Helligkeitsverläufe festzustellen.
Der planetarische Nebel NGC6543 liegt ebenfalls im Drachen und fällt schon bei 44x als nichtstellar auf. Das
Katzenaugennebel genannte Objekt ist deutlich heller als der benachbarte Stern. 163-fache und auch 228-fache
Vergrößerung sind kein problem, bei 163x wirkt er oval, mandelförmig und immer noch enorm hell; er scheint
phosphorblaugrün zu floureszieren. Der erste palnetarische Nebel, bei dem ich wirklich einen Farbeindruck wahr-
nehme. Die Farbe erinnert an das kalte leuchten eines Glühwürmchens. Das oval ist homogen hell und an den
Rändern leicht unscharf. Den zentralstern konnte ich nicht mehr beobachten, denn, nachdem ich das vierte
der Objekte des Monats für eine Minute im Okular hatte, meinte Petrus, es sei nun genug und ließ eine dichte
Wolkenwand vorbeiwälzen. Schade, denn einige Objekte hätt ich schon noch beobachten wollen. Vor allem
wollte ich mal die ganzen Kugelsternhaufen im Ophiucchus vergleichen. Naja, das nächste mal halt dann.
clear skies
Markus
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