Hallo Sternenfreunde,
Pünktlich zwei , drei Tage vorm Vollmond wurde es bei uns so
richtig schön klar - 24 Stunden am Tag kein Wölkchen am Himmel.
Am Mittwoch wollte ich noch net spechteln, wegen lediglich
einer Stunde, am Donnerstag war ich nach einem anstrengenden
Arbeitstag zu geschafft und am Freitag war ich eigentlich
gesundheitlich nicht so ganz fit - eine leichte Grippe mit
Schnupfen etc. Nichtsdestotrotz wollte ich diese nicht ganz
schlechte Nacht trotzdem nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Hier die Ausbeute von 4 Stunden:
Teleskope:
Meade Starfinder 10" Newton auf äquatorialer Montierung mit 2-Achsensteuerung und digitalen Teilkreisen
Hauptspiegelbrennweite 1140mm, Öffnungsverhältnis von 1:4,5
Strehl-Wert: >88%
Okulare: (Vergrößerungsangaben am 10"-Newton)
32mm-Plössl von Celestron (36-fache Vergrößerung)
26mm-Super-Plössl von MEADE, Serie 4000 (44-fache Vergrößerung)
~14,5mm WA Erfle
12,5mm orthoskopisches Okular von Vixen (91-fache Vergrößerung)
7mm orthoskopisches Okular von Celestron (163-fache Vergrößerung)
6,3mm-Kellner von Bresser (180-fache Vergrößerung)
5mm Eudiascopic von Baader (228-fache Vergrößerung)
Sonstiges:
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
Baader Skyglow Filter
Astronomik UHC-Filter
Binokular:Bresser Saturn Zoom, 9-27 x 56
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Zeitpunkt:
Freitag, 21. Februar 2003, 19:30 - 23:30
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5mag0
Durchsicht:
gut
Seeing:
ausreichend
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Doppelsterne:
-
Galaxien:
M81, M82, NGC3184, M51, NGC5195
Kugelsternhaufen:
-
Offene Sternhaufen:
M50, Melotte 72, NGC2506, NGC2343, NGC2264
Gasnebel:
-
Reflexionsnebel:
NGC2261
Planetarische Nebel:
-
Sonstiges:
Jupiter
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Begonnen habe ich mit einer schon seit längerem geplanten Tour
durch das Sternbild Monoceros. Leider ist südlich des Himmelsäquators
bei uns der Himmel recht aufgehellt, durch das BMW-Werk 2km weiter südlich.
Zur Einstimmung gab es erstmal einen richtig eindrucksvollen offenen
Sternhaufen, M50. Er zeigt bei 78x rund 25 recht helle Sterne, deren
hellster auffalend orangerot leuchtet. Zwischen diesen ganzen Sternen
finden sich noch rund drei Dutzend viel schwächere Sterne verteilt, so
daß ich im Ganzen etwa 60 Sterne zähle.Ich würde die Ausdehnung auf etwa
45'x20' schätzen.
Eher eine Enttäuschung ist der rund 1° südwestlich von Alpha Monocerotis
gelgene offenen Sternhaufen Melotte 72. Eine absolut unspektakuläre Sterngruppe,
die sich überhaupt nicht von der Umgebung abhebt. Im Gegenteil, an der Stelle,
an der Mel72 in Cartes du Ciel verzeichnet ist, finden sich sogar besonders
wenig Sterne.
Viel interessanter ist hingegen NGC2506, der nicht ganz einfach zu lokalisieren
ist, da man ihn im Aufsuchokular leicht übersieht. Nicht besonders hell und sehr
klein ist er bei 44x nur mit indirektem Sehen zu finden. Erst bei 78x wird der
kleinen Sternenknoten auch direkt sichtbar. Für mehr Details muß man nochmals
höher vergrößern: Bei 156x erkenne ich immerhin 6 Einzelsternenfünkchen umgeben
von etwas Sternengriesel. Interessant, aber nur was für mitllere und große
Öffnungen.
Sehr sehenswert - bestimmt auch für kleinere Teleskope -ist der nicht im Karkoschka
gelistete NGC2343. Ein Dutzend mittelheller Sterne gruppieren sich zu einem
kleinen, oben abgeflachten A, wobei die Einzelsterne recht hell sind.
NGC2343, Newton D=254mm/f=1140mm bei 78x
NGC2264, der Weihnachtsbaum-Sternhaufen, strahlt richtig giftig hell aus dem Okular.
Bei 78x mit UHC erkennt man um eine SW des hellen, den Stamm des Christbaums
markierenden Stern, Dreiergruppe an Sternen, eine leichte Nebulosität.
Ein besonderes Highlight ist wiedermal NGC2261, Hubble's veränderlicher Nebel. Schon
bei 44x fällt der kleine, kometenhafte Fächer mit seiner stellar wirkenden Spitze auf.
Ist die kleine, helle Spitze wirklich ein Stern, der da Staubmassen beleuchtet?
Bei 78x sieht man noch mehr Details, der UHC verschluckt den Nebel fast gänzlich.
Wieder ein Indiz, das auf einen Reflexionsnebel hindeutet. Steigert man die Vergrößerung
auf 228x, so erkennt man, daß der westliche Teil des Fächers der hellere ist, nach
Osten hin verliert er an helligkeit. Dafür wird der Fächer nach Osten hin etwas länger.
Ein wahrlich phantastisches Objekt, welches nicht mit Details geizt.
NGC2261, Newton D=254mm/f=1140mm bei 228x
Da ich nun schon mit 228x gewappnet bin, schwenk ich kurz rüber zu Jupiter, und das,
was ich am wandernden Focus bei den offenen Sternhaufen schon gesehen habe, bestätigt
sich auch hier: zwei Hauptbänder mit etwas Knoten, die dunkleren Polkappen, aber für
richtige Details viel zu verwaschen. nein, planetenseeing ist heute wahrlich keins.
Somit beschließen Bärbel und ich, und auch Thomas, der spontan zu uns rüberkam, ein
wenig Galaxien zu beobachten. Was liegt da näher, als einmal wieder dem großen Bären
die Pfote zu schütteln?
Das Galaxienpaar M81/M82 ist wirklich das knalligste, was uns der Nordhimmel an Galaxien
zu bieten hat! Wahnsinn, die ovale M81 mit ihrem schwachen halo sowie die schlanke M82.
Steigert man auf 78x, sieht man um den ovalen kern von M81 auch den recht großen ovalen
Halo, allerdings reicht es nicht für die Spiralstruktur. Kein Wunder, bei 5m0 Grenz-
helligkeit im Zielgebiet. Genial auch bei 78x ist M82, sie weist ein Staubband auf,
daß diese unregelmäßig geformte Galaxie im Verhältnis 1/3 zu 2/3 quer zu ihrer Längsachse
teilt. Bei 156x erkennt man, daß die Dicke des Staubbandes in der Galaxienmitte am
dünnsten ist, das Staubband selbst also fast wieder zweigeteilt ist. Ein klasse Anblick,
der sogar dem eher unenthsiastichen Nordlicht Thomas Bewunderungsausrufe entlockt.
(So sans, die Breissn)
Auf Bärbels speziellen Wunsch suche ich noch die Spiralgalaxie NGC3184, der ich mit 14mag
Flächenhelligkeit wenig Chancen eingeräumt habe. Doch weit gefehlt! Schon bei 44x sehe ich
unmittelbar südlich eines Sterns nahe der Pfote des großen Bären einen runden Nebel!
Bei 78x kann man sogar das hellere Galaxienzentrum vom umgebenden, bis an das Sternchen
hin reichenden, schwachen Halo separieren! Wer hätte das gedacht?
Als Bärbel und Thomas 5 Minuten später rauskommen, ist die Galaxie kaum mehr zu sehen,
so schnell kann die Durchsicht variieren. Auch ein test an M51/NGC5195 zeigt, daß es
keinen Sinn mehr macht, weiters auf Galaxien zu spekulieren. Da es eh recht kalt ist,
baue ich schnell alles ab und gönn mir mit Bärbel vor dem Zubettgehen
noch ein heißes Täßchen chiccolata crema.
Viele Grüße und noch viel mehr so schöne und sternklare Nächte Euch allen,
Markus
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