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Hallo Sternenfreunde,
Die lange Nacht der Sterne ist angebrochen, und - oh Wunder! - es ist tatsächlich sternenklar, bei mir im Garten reicht es für gut 5m3 Grenzgröße, die Milchstraße erscheint teilwiese direkt klumpig, gute Voraussetzungen also, um mit dem äquatorial montierten Zehnzollnewton Lord Rosse so einige neue Schätze des Himmels zu erkunden. Sie wurde also wirklich lang, die lange Nacht der Sterne! Hier aber ersteinmal tabellarisch eine Zusammenfassung all der Objekte, die wir an diesem Abend beobachtet haben:
Teleskop:
Meade Starfinder 10" Newton auf äquatorialer Montierung mit
2-Achsensteuerung und digitalen Teilkreisen
Hauptspiegelbrennweite 1140mm, Öffnungsverhältnis von 1:4,5
Strehl-Wert: >88%
Okulare: (Vergrößerungsangaben am 10"-Newton)
32mm-Plössl von Celestron (36-fache Vergrößerung)
26mm-Super-Plössl von MEADE, Serie 4000 (44-fache Vergrößerung)
~14,5mm WA Erfle von INTES (78-fache Vergrößerung)
12,5mm orthoskopisches Okular von Vixen (91-fache Vergrößerung)
10mm Speers Waler von Antares (114-fache Vergrößerung)
7,5mm Speers Waler von Antares (152-fache Vergrößerung)
7mm orthoskopisches Okular von Celestron (163-fache Vergrößerung)
6,3mm-Kellner von Bresser (180-fache Vergrößerung)
5mm Eudiascopic von Baader (228-fache Vergrößerung)
Sonstiges:
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
Baader Skyglow Filter
Astronomik UHC-Filter
Binokular:Bresser Saturn Zoom, 9-27 x 56
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Zeitpunkt:
Samstag, 18. September 2004, 22:00-01:30
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5,3mag
Durchsicht:
gut bis sehr gut
Seeing:
-
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Doppelsterne:
-
Galaxien:
NGC7814, NGC7619, NGC6726, NGC7479, NGC7331, NGC7335,
NGC1023, NGC404
Kugelsternhaufen:
-
Offene Sternhaufen:
NGC1502, NGC1513, NGC1528, NGC1342
Gasnebel:
NGC1498
Planetarische Nebel:
M76, NGC1501
Sonstiges:
-
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Ja, diese Nacht war wirklich gut! So wollten wir also erstmal im Pegasus einige Galaxien erkunden. Als erstes war NGC7814 (b=10m6, sb=13m4) an der Reihe. Was soll man sagen? Nun, es ist eine relativ schwache Galaxie, bei 78x erkennt man eine leichte ovale Aufhellung, östlich der Galaxie stehen zwei Sterne in Nord-Süd-Richtung. Die Galaxie bleibt auch bei 114x schwach und strukturlos, konnte aber von Bärbel und mir eindeutig gehalten werden. Das machte natürlich Mut und so wollten wir mal den immerhin 250 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen Pegasus I aufsuchen. Ob da was geht? NGC7619 (b=11m1, sb=13m0) konnte bereits bei 44x als zwar schwache, aber eindeutig zu sehende Galaxie exakt mittig zwischen zwei Sternen ausgemacht werden. Bei 78x wird der kern der Galaxie deutlich auch direkt sichtbar, er ist leicht elongiert und zwar in Richtung der flankierenden Sterne. Das war doch schon ein weiterer, sehr ermutigender Schritt. Ich war ganz aus dem Häuschen, Bärbel fand die Galaxie zwar deutlich, aber doch nicht ganz sooo faszinierend wie ich.... Allerdings eingedenk der Viertelmilliarde Lichtjahre Entfernung... Geht man zum rechten der beiden flankierenden Sterne und etwas nach Süden, so findet man ein zweites Mitglied dieses weit entfernten Galaxienhaufens, nämlich NGC7626 (b=11m1, sb=12m6), auch sie ist bis zu 114-facher Vergrößerung noch gut zu erkennen,kleiner, dafür etwas leuchtkräftiger (wenn man das bei derartigen Funzeln überhaupt sagen kann) und rund. Für weitere Pegasus I - Galaxien hats aber nicht gereicht. Aber immerhin, ein tolles Erlebnis.
Von NGC7479 (b=10m8, sb=13m4) hätten wir uns beide ein wenig mehr erwartet. Die Galaxie kommt erst ab 78x als länglicher Lichtschimmer raus, der an seinem Rand einen Stern berührt. 114x zeigt auf der genau anderen Seite der Galaxie noch einen, etwas schwächeren Stern. NGC7331 (b=9m5, sb=13m3) darf natürlich in diesem Pegasus-Galaxienreigen nicht fehlen. Vor allem bei 114x kommt die Galaxie besonders gut als eine wundervolle, NS-elongierte fast schon Spindel rüber, etwas nordöstlich ist ganz schwach eine kleine Begleitgalaxie zu sehen, NGC7335. Von wegen Strukturen geht bei NGC7335 natürlich nichts, man kann froh sein, sie überhaupt zu sehen.
Der planetarische Nebel M76, der kleine Hantelnebel, springt sehr sehr gut auf den UHC-Filter an, zeigt bei 152x eine deutliche Einbuchtung. Bei 78x sind soagr weniger Details zu erkennen, M76 verträgt also gut an Vergrößerung. Ein ebenfalls allseits beliebter und bekannter Klassiker ist die Galaxie NGC1023 (b=9m3, sb=13m1), ebenfalls im Perseus beheimatet wie M76. Es handelt sich hier um eine auffallend helle, etwa 2:1 elongierte Galaxie, die bei 114-facher Vergrößerung wunderschön genauer studiert werden kann. Eine ebenfalls lohnende, aber etwas weniger bekannte Galaxie ist NGC404(b=10m3, sb=14m0) in der Andromeda. Sie liegt nur einen Hauch nördlich von b Andromedae und ist viel heller, als die 14mag Flächenhelligkeit vermuten ließen. Trotz des hellen Sterns bei 44x im Gesichtsfeld eindeutig und ohne das geringste Problem zu sehen, schöner weisser runder Halo bei 114x, eine äußerst lohnende Galaxie.
NGC1501, ein planetarischer Nebel im Sternbild Camelopardalis (Giraffe) ist bei 44x ein stark auffälliger, kreisrunder grauer Lichtfleck am Himmel. 78x mit UHC zeigt eine graue Scheibe, die zum Zentrum hin etwas dunkler wird, wie mit einer Art zentralen Loch...
Etwa 1° nordöstlich findet sich mit NGC1502 ein besonders schöner offener Sternhaufen, etwa zwei Dutzend Sterne stehen oft paarweise versammelt, genau mittig im Haufen ein gleissend blaues Sternenpaar - ein phantastischer Anblick! NGC1513 ist ein erdnußförmiger offener Sternhaufen, 78x und auch 152x zeigen etwa zwei Dutzend mittelhelle Sterne. Bei 152x wird der Haufen schon recht locker. Interessant finde ich auch eine den Haufen umfangende, halbreikeisförmige Sternenkette.
NGC1528 ist bei 44x im Zehnzöller ein schon durchaus lohnenswertes Ziel, durchaus als spektakulär zu bezeichnen, etwa 30 Bogenminuten Durchmesser. Bei 78x zähle ich etwa 50 Sterne, die helleren durchwegs bläulich, teilweise erkennt man auch noch nebligen Sternenhintergrund.
Erst mit UHC offenbart sich NGC1491 bei 44x als kleiner Gasfächer, der von der Form in etwa an Hubble's veränderlichen Nebel erinnert. 78x ist zwar vom Kontrast einen Hauch schlechter, aber man erkennt schön, wie sich der Fächer nach Westen hin öffnet. NGC1342, ein letzter offener Sternhaufen hebt sich schön als etwa 0,5° große Sternenansammlung vom Hillelsumfeld ab, erinnert mich irgendwie an ein liegendes Kamel.
15 Objekte intensiv abgegrast, gut 3 Stunden intensives Beobachten, jetzt geht visuell nix mehr. Außerdem ist mir mittlerweile kühl und ich bin müde. Also wird noch als letzte Tätigkeit alles im Keller verstaut, damit ich die lange Nacht der Sterne in den Federn nochmals revue passieren lassen kann.
Viele Grüße und noch viel mehr so schöne und sternklare Nächte Euch allen,
Markus
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