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Hallo Sternenfreunde,
eine extrem laue und wundervoll klare Frühlingsnacht hat mich mal wieder verführt, den äquatorial montierten Zehnzöller Lord Rosse am frühen Abend gleich nach der Arbeit im Garten aufzustellen und in aller Ruhe die Kollimation zu überprüfen. Ein bisschen hier und ein bisschen da justiert, schon ist alles so wie es sein soll und ich kann es kaum erwarten, bis endlich die Dämmerung so stark hereinbricht, daß man vernünftig beobachten kann. Ein wunderbar klarer, dunstfreier Sonnenuntergang und laue Temperaturen bis in die späte Nacht versprechen mal wieder einen besonders schönen Beobachtungsabend. Hier wie immer eine kurze Zusammenstellung dessen, was ich in dieser Nacht beobachtet habe:
Teleskop:
Meade Starfinder 10" Newton auf äquatorialer Montierung mit
2-Achsensteuerung und digitalen Teilkreisen
Hauptspiegelbrennweite 1140mm, Öffnungsverhältnis von 1:4,5
Strehl-Wert: >88%
Okulare: (Vergrößerungsangaben am 10"-Newton)
38mm TS WA 2" (30-fache Vergrößerung)
32mm TS WA 2" (36-fache Vergrößerung)
26mm-Super-Plössl von MEADE, Serie 4000 (44-fache Vergrößerung)
18mm Speers Waler von Antares (63-fache Vergrößerung)
~14,5mm WA Erfle von INTES (78-fache Vergrößerung)
12,5mm orthoskopisches Okular von Vixen (91-fache Vergrößerung)
10mm Speers Waler von Antares (114-fache Vergrößerung)
7,5mm Speers Waler von Antares (152-fache Vergrößerung)
7mm orthoskopisches Okular von Celestron (163-fache Vergrößerung)
6,3mm-Kellner von Bresser (180-fache Vergrößerung)
5mm Eudiascopic von Baader (228-fache Vergrößerung)
Sonstiges:
2x-Barlowlinse, Celestron ultima, 3-linsiger Achromat mit Luftspalt
5x-Barlowlinse, Televue Powermate
Baader Skyglow Filter
Astronomik UHC-Filter
Binokular:Bresser Saturn Zoom, 9-27 x 56
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Zeitpunkt:
16. April 2007, 22:00-01:00
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5,5mag
Durchsicht:
sehr gut
Seeing:
gut
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Doppelsterne:
-
Galaxien:
M104, M51, NGC5195, M64, NGC4845, NGC4866, NGC4535, NGC4536, NGC4567, NGC4568, NGC4564
Kugelsternhaufen:
M13
Offene Sternhaufen:
-
Gasnebel:
-
Planetarische Nebel:
-
Sonstiges:
-
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Der Stern a Corvi (ein 4mag-Stern mit einer Deklination von -24°) ist problemlos zu erkennen, die Horizontsicht ist also durchaus brauchbar, und so nutze ich die Gelegenheit und fahre als erstes die Sombrerogalaxie M104 an. Dies ist natürlich ein besonders brillanter Einstieg, Vergrößerung geht locker bis 152-fach, und je höher man vergrößert, desto besser sticht einem die scharfe Begrenzung der Galaxie nach Norden hin ins Auge. Auch Bärbel ist schier begeistert, wie plastisch diese Galaxie immer wieder zu sehen ist, wenn denn die Bedingungen mitspielen. Wie bereits geschildert, tun sie dies heute in ganz besonderem Maße... Immerhin ist es noch nicht so ganz hundertprozentig dunkel - und dann schon so eine prächtige Sombrerogalaxie. Also gibts noch einen schnellen Espresso und einen Schwenk ziemlich in den doch nochmals deutlich dunkleren Zenith, zur Jagdhundgalaxie M51. Bei 44x und vor allem bei 78x schon deutlich die Spiralarme erkennbar! Bei 78x im Erfle sind diese schon deutlich unruhig strukturiert. Bei 154x im Speers Waler ist schon deutlich die Materiebrücke erkennbar, welche sich in Richtung dreier Sterne erstreckt.

M51, NGC5195 , 254/1140mm-Newton bei 114x
M64, die Galaxie mit dem schwarzen Auge, ist extrem hell, ein i8n Ost-West-Richtung in etwa 2:3 gestrecktes Oval, im 18er SW erkennt man einen auffallend blendend hellen stellaren Kern, welcher etwas nach Süden versetzt im Galxienhalo sitzt.Der Halo selbst erstreckt sich nach Norden hin demgemäß etwas weiter, bis hin zu einem benachbarten Stern.Bei 78x zieht sich ein sehr feines Dunkelband wie eine Bohne von von Norden her bis an den stellaren Kern. Bei 114x ist diese Dunkelstruktur wenn, dann nur mit indirektem Sehen zu erkennen. Die detailreichste Vergrößerung ist hier eindeutig 78x, ein Wechsel zurück von 114x auf 78x läßt die Dunkelstruktur wieder eindeutig zu Tage treten.
NGC4845 in der Virgo (11m2, SB 12.9) ist eine schwache Nadel südwestlich eines Sternchens. Direkt südlich der Galaxie zeigt das 18er Speers Waler noch einen schwächeren Stern direkt am Galaxienrand. Die Galaxie läuft an den Enden spitz zu, von der Helligkeitsverteilung ist sie sehr homogen, d.h. zum Zentrum hin kaum Helligkeitszunahme bzw. kaum Helligkeitsabnahme zum Rand hin.
NGC4866 (11m2, SB 13.1) wirkt deutlich heller und sehenswerter als NGC4845, totz schlechterer Helligkeitsdaten! eine in Ost-West-Richtung gestreckte Zigarre, die am Westende zwei stellare Kerne zu haben scheint. Im 18er verstärkt sich dieser Eindruck, bei 78x scheint es, als stünde direkt westlich der Galaxie einfach ein Stern. Auch 114x zeigt: Die Galaxie ist eine im Westen heller werdende Zigarre, an deren westlichen Ende unmittlebar ein Stern sitzt, der nur unwesentlich heller als die hellste Stelle der Galaxie selbst ist.
NGC4535 (10m0, SB 14.0) ist für eine face-on-Galaxie mit 14mag Flächenhelligkeit sehr gut zu erkennen, schon bei 44x wie ein verwaschener Fingerabdruck. Ist auch im 18er SW noch gut zu sehen. Zwar kaum Details, wirkt aber in N-S-Richtung etwas längsgestreckt. Auch bei 78x noch deutlich zu sehen!
NGC4536 (10m6, SB 13.5) ist eine schwache, aber sehr große etwa Ost-West gestreckte Galaxie homogener Helligkeitsverteilung. Im 18er SWA wirkt sie jedoch dann schon sehr bläßlich.
NGC4567 / NGC4568 ist eine herzförmige, doppelte Galaxie, etwa 0,5° nördlich davon findet sich noch eine ähnlich helle, ovale Galaxie. Die gemeinsame Spitze der Galaxien zeigt auf zwei Sterne, die südliche Galaxie des Pärchens ist die etwas lichtschwächere. Hier habe ich ebenfalls eine kleine Skizze angefertigt:
Das Galaxienpaar NGC4567 / NGC4568 sowie darunter die nördlich gelegen Galaxie NGC4564 (11m1, SB 12.6)
254/1140mm-Newton bei 63x
Mittlrweile war es doch schon zirmlich spät geworden, obschon es immer noch recht lau war. So wollte ich denn diese wunderbare, klare und echt galaktische Frühlingsnacht noch mit einem Paukenschlag beenden. Und für so einen Rausschmeißer ist der gute alte Herculeshaufen M13 ein idealer Kandidat! Schon bei 44x ist der Kugelsternhaufen bis ins Zentrum hinein gesprenkelt. Das seeing so hoch am Himmel war derart gut, daß ich ziemlich schnell das 7,5er Speers Waler samt 2x Barlow in den Okularauszug steckte und bei 304x ein echtes Schlüsselerlebnis hatte: Der Sternhaufen bei 84° Eigengesichtsfeld und gut 300-facher Vergrößerung praktisch fast formatfüllend, im Zentrum Sternenketten, in den Randbereichen schon locker gestreute Einzelsterne - das ist sowas von grandios, da kommt kein Foto der Welt mit, und sei es noch so schön! Na ja, es geht auf ein Ur zu, also räume ich schnell alles weg und kuschel mich zu Bärbel ins Bett, die schon vor ner Stunde vorausgegangen war...
Viele Grüße und noch viel mehr so schöne und sternklare Nächte Euch allen,
Markus
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