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Hallo Sternenfreunde,
mittlerweile ist eines der beiden getesteten 14"-Teleskope in meinem Besitz, da es mich konzeptionell mehr als nur überzeugt hat. Es handelt sich um das Orion XX14g, welches mittlerweile auf den Namen KLT - Köfering large telecope - hört. Seit dem das Gerät mir gehört, also seit Spätsommer 2012 - ist dies quasi sein first light, denn die zuvor mit ihm durchgeführten Beobachtungen dienten lediglich dem Vergleichstest, und seitdem war das Wetter über Monate einfach zu schlecht, um auch nur ansatzweise an eine visuelle Beoachtung zu denken. Man erinnere sich nur an den Winter mit den wenigsten Sonnenstunden seit Beginn der Aufzeichnungen... Zumindest im späten Frühjahr hatte dann Petrus mal kurzzeitig ein Einsehen und so wurde das KLT ausführlich mit Sternenlicht versorgt. Daß jedoch nach so langer Sternlichtabstinenz in erster Linie Standardobjekte anvisiert wurden, darf nicht verwundern, schließlich wollte ich diese auch mal als ersten Eindruck in 14-Zoll-Qualität sehen.
Hier zunächst mal eine tabellarische Zusammenfassung des Abends:
Teleskop:
KLT - Köfering large telescope
14" - Newton auf azimutaler Dobsonmontierung mit 2-Achsensteuerung und digitalen Teilkreisen in Gitterrohrbauweise
Hauptspiegeldurchmesser: 356mm
Hauptspiegelbrennweite 1650mm, Öffnungsverhältnis 1:4,63
Okulare: (Vergrößerungsangaben am 14"-Newton)
24mm Televue Panoptic (68°): 69x bei 1° Feld
18mm Speers Waler (82°): 92x bei 0,9° Feld
13mm Speers Waler (82°): 123x bei 0,66° Feld
10mm Speers Waler (82°): 165x bei 0,5° Feld
7,5mm Speers Waler (82°): 220x bei 0,37° Feld
6mm Televue Radian (60°): 275x bei 13' Feld
5mm Televue Radian (60°): 330x bei 10' Feld
3mm Televue Radian (60°): 550x bei 6' Feld
Sonstiges:
Astronomik UHC-Filter
TS OIII-Filter
Binokular: TS 20x80 Triplett
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Zeitpunkt:
4.5.2013 - 21:30-1:30
Visuelle Grenzgröße:
ca. 5mag6
Durchsicht:
gut
Seeing:
befriedigend
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Doppelsterne:
-
Galaxien:
NGC6207, M106, M63, M51, NGC5195, M94, M104
Kugelsternhaufen:
M13, M5
Offene Sternhaufen:
-
Gasnebel:
Reflexionsnebel:
-
Planetarische Nebel:
-
Sonstiges:
Saturn
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Als erstes habe ich an diesem Abend den Astrographen in meiner Kuppel auf den Kugelsternhaufen Messier 5 angesetzt, und diesem ein paar Stunden Belichtungszeit mit der neuen CCD-Kamera gegönnt. Hier mal eine verkleinerte Version des Resultats, welches auf meiner Sternwartenhomepage sternwarte.n-t-l.de zu finden ist:
M5 im MN190 mit der QHY10 bei 3,5h Belichtungszeit
Danach wurde in aller Ruhe der Vierzehnzöller alignt, was mit der azimutalen Synscansteuerung wahnsinnig schnell und extrem präzise funktioniert. Immer wieder ist es ein Genuß, zu sehen, wie genau die Steuerung Objekte positioniert und auch wie lange diese nachgeführt ohne Korrekturen auch bei hohen Vergrößerungen im Okular bleiben - da kommt die N-EQ6 Skyscan nur annähernd ran, wenn sie absolut perfekt eingenordet ist. Als erstes Objekt am noch nicht perfekt dunkeln Himmel - auch um das Alignment zu überprüfen - diente der Kugelsternhaufen M13 im Hercules. Im 18er Speers ist auch sofort und ohne Probleme die benachbarte Galaxie NGC6207 zu sehen. Beide Objekte passen problemlos in das Gesichtsfeld des 18er Speers. Geht man auf das 13er mit 123-facher Vergrößerung, so sind in M13 bereits Sterne bis ins Zentrum hinein problemlos auflösbar. Einfach wunderschön, mit welchem Glanz dieser Kugelsternhaufen bei 36cm Öffnung aufwartet. Im 10er Speers bei 165x steht der Cluster mit seinen radialen Sternenketten majestätisch und vor allem: fotorealistsich im Okular. Im 7,5er bei 220-facher Vergrößerung erschlägt einen eine schier überwältigende Sternenfülle.
Nach einem derart fulminanten Einstieg haben wir beschlossen, in den Jagdhunden einige Messiergalaxien abzugrasen, und mal zu sehen, was mit 14 Zoll hier so geht.
Die Galaxie M106 ist groß und hell, bereits im 18er Speers ist ein gleissend heller, zentraler Bereich zu sehen, etwa 20° gegen den sehr großen, ovalen Halo im Uhrzeigersinn voreilend verdreht. Das Zentrum der Galaxie bildet mit zwei Sternen eine Gerade, zum linken der beiden Sterne hin ist im 13er Speers ein deutlich erkennbarer Arm der Galaxie auszumachen. Auch Bärbel identifiziert den Spiralarm ad hoc zweifelsfrei. Im 10er Speers bei 165x ist er fast noch deutlicher wahrzunehmen.
Die Sonnebnblumengalaxie, M63, ist im 24mm Panoptic schön in einem Sternfeld gelegen, eine helle, ovale Galaxie mit deutlichem Gradienten. Im13er bei 123-facher Vergrößerung erstreckt sich der sehr ausgedehnte Galaxienhalo bis hin zu den benachbarten Sternen. Bei 165x wirkt der Halo - zumindest bei indirektem Betrachten - etwas unruhig, wenngleich man die Art der Helligkeitsmodulation nicht wirklich in Worte fassen kann. Nun ja, die Whirlpoolgalaxie M51 in den Jagdhunden darf natürlich an so einem Abend nicht fehlen! Bis hinunter zum 7,5mm Speers werden die Spiralarme immer deutlicher, teils sind sogar Verdickungen in den gebogenen Armen zu erkennen. Die Leichtigkeit, mit der im 14-Zöller derartige Details in M51 zu sehen sind, ist wirklich faszinierend. Je länger man am Okular verweilt, desto tiefer kann man in dieses wunderschöne Galaxienpärchen eintauchen. Für Bärbel ist dies das Ausstiegsobjekt des heutigen Abends, bei mir geht die Galaxienreise aber noch ein kleines bisschen weiter. Auf dem Plan steht nun mit M94 die letzte Messier-Galaxie in Canes Venatici. Diese sehr helle Welteninsel hat einen leuchtenden, runden Kern, der umgeben ist von einem 4:5 elongierten, nicht ganz runden Halo. Im 13er Okular wirkt die Galaxie fast wie ein weit entfernter Kugelsternhaufen. Da die Galaxie doch sehr leuchtkräftig ist, gehe ich gleich mit dem 7,5mm Speers auf 220-fache Vergrößerung. Hier wirkt der Halo - ähnlich wie bei M63 - etwas unruhig, fast wie gesprenkelt. Auch das trägt zu dem kugelsternhaufenartigen Anblick bei.
An M104 erkennt man oberhalb - also südlich - des scharf abgegrenzten Dunkelbandes den Glow. Mehr Details geben aber weder das 10- noch das 7,5-mm-Okular preis. Dies liegt aber in erster Linie daran, dass die Transparenz so horizontnah wie so oft nicht optimal ist. Abschließend - es schlägt grade Mitternacht von der Kirchturmuhr - schwenke ich den Tubus zu M5, meinem heutigen Fotoobjekt. Im unteren - also nördlichen - Teil des Zentrums sind bei 123x einige besonders helle Sterne zu lokalisieren. Im 10er Speers zeigen sich diese einzelnen Sternenleuchtfeuer noch deutlicher, im 7,5er dann ist der Anblick einfach nur gigantisch. Doch - da geht noch mehr! Im 5mm Radian, also bei 330-facher Vergrößerung, kann man sogar erkennen, dass die helle Sternengruppe nördlich des Haufenzentrums eine dreieckige Form aufspannt. Auch Saturn ist ein wunderbarer Anblick. Er flimmert zwar bei 330x ganz minimal, die Cassiniteilung ist umlaufend baer kein wirkliches Problem. Im 6mm Radian, also bei 275-facher Vergrößerung, stehen links neben Saturn zwei Monde übereinander, und etwas weiter links, dafür aber noch ein wenig höher, befindet sich ein etwas hellerer, dritter Mond.
So geht ein wirklich schöner Abend zu Ende, aber ich bin nun auch wirklich müde, und schaue, den Vierzehnzöller möglichst schnell im Gartenhäuschen zu verstauen. Den Tubus aus der Rockerbox gehoben und aufrecht in eine dafür vorgesehene Ecke gestellt, die Rockerbox in zwei Teile zerlegt (Bodendrehteller und Höhenlagerung) und beides ins Gartenhäuschen getragen dauert gute fünf Minuten, also ähnlich schnell wie der Aufbau. An meinem äquatrorialen Zehnzöller war ich nach einer Beobachtungsnacht eine gute Viertelstunde zugange, bis ich alles im Gartenhäuschen verstaut hatte.
So ging eine wunderschöne Beobachtungsnacht zu Ende, die zeigt, dass es sich durchaus rentiert, auch mal wieder nur ein paar Standardobjekte anzusteuern.
Viele Grüße und noch viel mehr so schöne und sternklare Nächte Euch allen,
Markus
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